Hund wirkt müde und traurig | 8 Ursachen [2021]


Wenn Hunde plötzlich müde und traurig wirken, dann kann das auf Vergiftungen oder eine Depression hinweisen. Unter Umständen kann das lethargische Verhalten auch auf Demenz, Allergien, virale Infekte, eine Schilddrüsenunterfunktion oder sonstige Schmerzen zurückgehen.

Grundsätzlich kommen dafür körperliche als auch psychische Gründe infrage. Grund zur Sorge besteht insbesondere dann, wenn der Hund dauerhaft schlapp und lustlos wirkt.

Im Folgenden lernst du über die 8 häufigsten Ursachen, dessen Symptome und was im konkreten Fall zu tun ist.

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#1 Vergiftungen

Auch wenn es in den Nachrichten anders scheint, Giftköder sind in der Praxis nur sehr selten für Vergiftungen verantwortlich. In den meisten Fällen vergiften Besitzer ihre Hunde selbst.

Allerdings nicht mit Absicht. Vielmehr gehen viele unerfahrene Erstbesitzer davon aus, dass alle handelsüblichen Lebensmittel auch für Hunde gesund sein müssen.

Dieser Fehler kann unter Umständen sogar tödlich enden. Denn für Hunde sind beispielsweise Zwiebeln, Schokolade, Trauben, Knoblauch, Avocados, Walnüsse und Kakao toxisch. [1]

Zu erkennen sind Vergiftungen meist daran, dass der Hund ungewöhnlich müde ist, Essen verweigert, traurig wirkt und sich in seinem Körbchen zurückzieht. Weitere Symptome sind:

  • Plötzliches Erbrechen
  • Hund zittert
  • Unruhiges Verhalten
  • Hund läuft nachts umher
  • Depressives Verhalten
  • Atemprobleme
  • Appetit- und Lustlosigkeit [2]
Trauriger Hund

Je nach Art und Menge der Toxine können die Beschwerden auch variieren. Neben Lebensmitteln können auch giftige Pflanzen, Alkohol oder Medikamente dahinterstecken.

In schwerwiegenden Fällen können Vergiftungen erhebliche Leber- und Nierenschäden verursachen oder gar tödlich enden. Hier solltest du umgehend den Tierarzt konsultieren.

Vergiftete Hunde machen meist einen müden und traurigen Eindruck, weil ihr gesamter Organismus mit der Bekämpfung der Toxine beschäftigt ist. Zu erkennen ist es unter anderem auch daran, dass der Hund Futter verweigert und allgemein sehr lustlos wirkt.

#2 Depression

Hunde können genauso wie Menschen mit Depressionen zu kämpfen haben. Im Gegensatz zu uns können sie uns das allerdings nicht mitteilen.

Aus diesem Grund kommt es in der Praxis häufig vor, dass zugrundeliegende Erkrankungen und Schmerzen mit einer Depression verwechselt werden. Denn die Symptome sind ähnlich:

  • Lustlosigkeit
  • Hunde leckt seine Pfoten
  • Trauriger Blick
  • Hund schläft viel
  • Plötzlicher Haarverlust
  • Vermeidung sozialer Interaktionen
  • Ständige Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Plötzliche Gereiztheit [3]

In den meisten Fällen ist dafür eine mangelnde Auslastung oder fehlende Aufmerksamkeit verantwortlich. Denn das gehört zu ihren Grundbedürfnissen. Weitere Ursachen sind:

  • Weiteres Haustier
  • Chronische Schmerzen
  • Neues Baby
  • Haltung von Arbeitsrassen in Großstädten
  • Depressives Herrchen
  • Verlust eines Familienmitgliedes
  • Traumatisches Erlebnis [4]

In 8 von 10 Fällen reicht hier mehr Zuneigung sowie vermehrte körperliche und mentale Beschäftigung aus, um den Hund wieder aufzuheitern.

Darüber hinaus können auch neue Spielzeuge, Sonne, der Aufenthalt draußen sowie ein gutes Qualitätsfutter die Stimmung heben. Medikamente sind hier nur die letzte Option.

Depressive Hunde verhalten sich häufig ungewöhnlich müde und traurig. In den meisten Fällen vermeiden betroffene Hunde jegliche soziale Interaktion, schlafen übermäßig viel und haben keinen Appetit. Mehr Aufmerksamkeit und Auslastung sind hierfür meist der Schlüssel.

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#3 Demenz

Im hohen Alter leiden bis zu 40 % aller Menschen an Demenz. Bei Hunden sind es sogar satte 68 %. Selbst ab dem 11. Lebensjahr sind bereits ⅓ aller Hunde davon betroffen. [5]

Die primären Auslöser für das lustlose Verhalten sind hier Angst und Verwirrung. Denn durch das abnehmende Gedächtnis wirkt plötzlich alles fremd und ungewohnt.

Zu erkennen ist Demenz meist daran, dass der Hund plötzlich nachts aktiv ist, Wände anstarrt, soziale Interaktionen meidet und orientierungslos wirkt. Weitere Symptome sind:

  • Ängstlicher Eindruck
  • Ständige Müdigkeit
  • Trauriger und depressiver Blick
  • Hund verhält sich komisch
  • Wiederholendes Verhalten
  • Plötzliche Inkontinenz
  • Hund ignoriert Kommandos
  • Ungewöhnliche Laute [6]
Depressiver Hund

Eine Heilung gibt es hierfür bislang noch nicht. Durch die Förderung der mentalen Leistungsfähigkeit kann die Ausbreitung der Krankheit aber verlangsamt werden.

Ein solches Intelligenzspielzeug ist hierfür ideal geeignet. Darüber hinaus sollte der Anteil an Aufmerksamkeit erhöht werden, um der einhergehenden Angst entgegenzuwirken.

Demente Hunde wirken zunehmend teilnahmslos, müde, depressiv und traurig. Vor allem alte Hunde ab dem 10. Lebensjahr sind davon betroffen. Zu den weiteren typischen Symptomen gehören eine plötzlich Inkontinenz und eine allgemeine Lustlosigkeit.

#4 Allergien

Bei Allergien kannst du dir bei Hunden die 20-2-Regel merken. Rund 20 % aller Hunde sollen darunter leiden und 2 % sollen sogar auch auf bestimmte Lebensmittel allergisch reagieren.

Zum Problem wird es dann, wenn sich die Auslöser – sogenannte “Allergene” – nicht entfernen lassen. Typische Beispiele davon sind:

  • Raumdüfte und Parfüms
  • Parasiten wie Flöhe und Milben
  • Chemische Stoffe & Pestizide
  • Gräser, Blätter und Pollen
  • Insektizide & Insektenstiche [7]

Lebensmittelallergien werden dagegen meist durch Milchprodukte, Soja, Gluten oder gewisse Proteine ausgelöst. Typische Symptome davon sind:

  • Ständiges Niesen
  • Hautrötungen und Schwellungen
  • Hund wirkt müde und traurig
  • Laufende Nase
  • Hund atmet schwer
  • Starker Juckreiz
  • Röcheln beim Atmen
  • Plötzliches Husten [8]

Solltest du Lebensmittelallergien vermuten, dann empfehle ich einen kostenlosen Futtercheck zu machen. Anschließend erhältst du individuelle Futterempfehlungen.

Zudem bekommst du eine gratis Box voll von Futterproben, um die Empfehlungen selbst ausprobieren zu können. Bei sonstigen Allergien rate ich einen Allergietest durchzuführen.

Denn eine Heilung gibt es gegen Allergien nicht. Von daher ist es zur Vorbeugung zwingend notwendig über die potenziellen Allergene zu erfahren. [9]

Wenn Hunde chronisch an Allergien leiden, dann kann sich das unter anderem in einer schweren Atmung, ständiger Müdigkeit und ungewöhnlicher Traurigkeit zeigen. Auch Schwellungen, Rötungen, ständiges Niesen und ein Juckreiz sind hier häufige Symptome.

#5 Schilddrüsenunterfunktion

Die Schilddrüse ist eine nussgroße Drüse, die sich am Hals des Hundes befindet. Ihre Aufgabe? Schilddrüsenhormone zu produzieren, die den Stoffwechsel anregen.

Werden von diesen Hormonen zu wenige produziert, dann kann sich das auch mit starker Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit zeigen. Weitere Symptome sind:

  • Hund schläft viel
  • Plötzliche Gewichtszunahme
  • Hund wirkt traurig
  • Langsamer Herzschlag
  • Ungewöhnlicher Haarausfall
  • Hund friert schnell
  • Energielosigkeit [10]
Deprimierter Hund

In den meisten Fällen sind die Gene, Infektionen oder gar Tumorerkrankungen für eine Schilddrüsenfunktion verantwortlich. Am häufigsten tritt es bei folgenden Rassen auf:

  • Dobermann
  • Golden Retriever
  • Dackel
  • Deutscher Boxer
  • Siberian Husky
  • Irish Red Setter
  • Amerikanischer Cocker Spaniel
  • Zwergschnauzer
  • Airedale Terrier [11]

Die Ursache entscheidet hier, ob die Erkrankung heilbar ist oder nicht. Sollten die Gene dafür verantwortlich sein, dann wird es meist mithilfe von Medikamenten behandelt.

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann bei Hunden dazu führen, dass sie ständig müde sind, traurig wirken und allgemein sehr antriebslos sind. Auffällig ist zudem, dass bei betroffenen Hunden das Fell dünner wird, sie mehr Haare verlieren und im Vergleich deutlich schneller frieren.

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#6 Virale Infektion

Viren gehören nach Krebs und Verletzungen zu den 3 häufigen Todesursachen von Hunden. Hier geht die Müdigkeit darauf zurück, dass das Immunsystem den Virus bekämpft.

Aus diesem Grund bleibt deutlich weniger Energie für sonstige körperlichen Aktivitäten übrig. Bekannte und teilweise lebensgefährliche Viren sind:

  • Staupe
  • Hepatitis Contagiosa Canis
  • Influenza-Virus
  • Parvovirose
  • Leptospirose
  • Tollwut [12]

Gegen einen Großteil dieser Viren gibt es auch bereits einen Impfstoff. Das erklärt, warum vor allem Streuner und noch nicht-geimpfte Welpen damit zu kämpfen haben.

Betroffene Hunde bekommen meist Fieber, erbrechen plötzlich, husten ständig, atmen schwer und machen einen lustlosen Eindruck. Weitere typische Symptome sind hier:

  • Laufende Nase
  • Hund verweigert Essen
  • Depressives Verhalten
  • Zittern im Ruhezustand
  • Hund wirkt traurig
  • Energielosigkeit
  • Plötzliche Krämpfe
  • Hund schläft viel [13]

Sollte es sich lediglich um eine Erkältung handeln, dann heilt sich der Hund meist von selbst. Bei schwereren Viren rate ich allerdings zur Vorsorge den Tierarzt aufzusuchen.

Verschiedene Viren können das Verhalten von Hunden beeinflussen. Betroffene Vierbeiner sind häufig sehr müde, wirken traurig und machen einen energielosen Eindruck. Das liegt daran, dass ein Großteil ihrer täglichen Energie für die Bekämpfung des Virus eingesetzt wird.

#7 Schmerzen

Schmerzen gehören bei Hunden zu den häufigsten Ursachen für eine plötzliche Verhaltensänderung. Denn anders als Menschen können Hunde diese nicht kommunizieren.

Bei jüngeren Hunden sind für Schmerzen meist Verletzungen verantwortlich, während bei älteren Vierbeinern die Schmerzen meist auf Arthritis zurückgehen.

Da Hunde zudem von Wölfen abstammen, versuchen sie stets bestehende Schmerzen zu verbergen. Denn geschwächte Tiere sind in der Wildnis häufig die Beute anderer Raubtiere.

Arthritis ist eine chronische Entzündung der Gelenke und soll Studien zufolge über 20 % aller Vierbeiner betreffen. [13] Zu den häufigsten Symptomen gehören hier:

  • Stöhnen beim Hinlegen
  • Hund wirkt traurig
  • Geschwollene Gelenke
  • Hund läuft schief
  • Ständiges Lecken der Gelenke
  • Hund macht müden Eindruck
  • Hund meidet Treppen [14]
Trauriger Hund

Eine Heilung gibt es dagegen zwar nicht, dafür lassen sich die Beschwerden gut behandeln. Weil Bewegungen hier meist schmerzhaft sind, schlafen betroffene Vierbeiner auch sehr viel.

Aber auch sonstige Verletzungen können sich in einem depressiven Verhalten äußern. Typische Auslöser davon sind:

  • Bandscheibenvorfall
  • Autounfälle
  • Dornen in der Haut
  • Kampf mit anderem Hund
  • Splitter in der Pfote [15]

Bei Verdacht auf Schmerzen rate ich umgehend den Tierarzt aufzusuchen. Da Hunde eine hohe Schmerztoleranz haben, ist es meist etwas Ernsteres.

Wenn Hunde mit Schmerzen zu kämpfen haben, dann wirken sie meist distanziert, traurig und lethargisch. Häufig vermeiden sie auch sämtliche Bewegungen, schlafen viel und machen einen müden Eindruck. Hier gilt es proaktiv vorzugehen und die Ursachen zu identifizieren.

#8 Blutarmut

Viele Laien gehen fälschlicherweise davon aus, dass Hunde mit Blutarmut zu wenig Blut haben. In Wirklichkeit ist damit eine verringerte Anzahl roter Blutkörperchen gemeint.

Die roten Blutkörperchen sind primär für den Sauerstofftransport im Körper zuständig. Sind davon zu wenige vorhanden, dann bekommen alle Organe weniger Sauerstoff ab.

Und ohne Sauerstoff verlangsamt nicht nur das Gehirn, sondern auch der gesamte Stoffwechsel. Zu den häufigsten Anzeichen von Blutarmut gehören:

  • Energielosigkeit
  • Ständige Müdigkeit
  • Depressiver Eindruck
  • Hund erschöpft schnell
  • Appetitlosigkeit
  • Hund wirkt traurig
  • Blasses Zahnfleisch [16]

Blutarmut kann entweder genetisch sein oder auch durch Vergiftungen, Medikamente, Endoparasiten, Viren und Verletzungen verursacht werden.

Zur Diagnose wird hier meist beim Arzt eine Blut-, Urin- und Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Die Behandlung erfolgt dann je nach zugrundeliegender Ursache. [17]

Bei Hunden mit Blutarmut kommt zu wenig Sauerstoff im Gehirn an, sodass die Vierbeiner stets müde und traurig wirken. Auch ein blasses Zahnfleisch, depressives Verhalten, eine schnelle Erschöpfung und eine verlängerte Schlafzeit können auf eine Blutarmut hinweisen.

Weitere potenzielle Ursachen
  • Diabetes
  • Lebererkrankungen
  • Endoparasiten
  • Autoimmunerkrankungen
  • Bakterielle Infektionen
  • Medikamente
  • Herzerkrankungen
  • Chronischer Stress
  • Kastration [18]

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Kevin

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.