Hund ist schnell erschöpft | 8 häufigste Ursachen [2021]


Wenn Hunde schnell erschöpft sind, dann kann das auf Atem- oder Herzprobleme hinweisen. Unter Umständen sind dafür auch Blutarmut, Asthma, virale Infektionen, eine hormonelle Störung, rassespezifische Probleme oder gar Herzprobleme verantwortlich.

Alle diese Erkrankungen haben zwei Dinge gemeinsam. Sie führen entweder zu einer geringeren Energiemenge oder einer unzureichenden Sauerstoffzufuhr.

Sollte dein Hund genügend Schlaf, Futter und Wasser bekommen und dennoch schnell außer Atem kommen, dann kann das an den folgenden 8 Ursachen liegen.

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#1 Atemprobleme

Für die Versorgung der Organe und Muskeln ist Sauerstoff essenziell. Verschiedene Erkrankungen können jedoch die Sauerstoffaufnahme erschweren. Dazu gehören:

  • Bronchitis

Bakterien oder Viren können dazu führen, dass sich die Bronchien des Hundes entzünden. Die Kanäle werden dadurch meist verengt und die Lunge bekommt weniger Sauerstoff. [1]

  • Kehlkopflähmung

Wenn die Nerven und Muskeln am Kehlkopf ihre Funktion verlieren, dann bekommen Hunde weniger Luft. In der Praxis führt es meist dazu, dass Hunde schnell erschöpft sind.

Schlapper Hund
  • Luftröhrenkollaps

Bei einigen kleineren Rassen sind häufig die Knorpel entlang der Luftröhre zu schwach, sodass sie mit der Zeit kollabieren. Die Luftröhre wird dadurch massiv verengt. [2]

  • Lungenentzündung

Durch die Entzündung der Lunge nimmt auch gleichzeitig ihre Leistungsfähigkeit enorm ab. In den meisten Fällen wird die Atmung hier auch lauter und zunehmend schneller.

Mit Atemproblemen ist nicht zu spaßen. Hier solltest du bei Verdacht umgehend den Tierarzt aufsuchen. Insbesondere dann, wenn dein Hund selbst plötzlich schwer atmet.

Eine Entzündung der Bronchien oder Lunge sowie Probleme am Kehlkopf und der Luftröhre können die Atmung erschweren. Betroffene Vierbeiner sind meist schnell schlapp und atmen selbst im Ruhezustand ungewöhnlich schnell. Die Behandlung richtet sich hier nach der Ursache.

#2 Rassespezifische Eigenschaft

Vor allem brachycephale Hunderassen erschöpfen überdurchschnittlich schnell. Damit sind Hunde gemeint, die aufgrund ihrer Züchtung ein flaches Gesicht haben.

Das liegt daran, dass bei diesen Rassen nicht nur die Schnauze sehr kurz ist, sondern auch meist die Nasenlöcher überdurchschnittlich eng sind. Beispielhafte Rassen sind hier:

  • Bulldoggen
  • Chihuahua
  • Boston Terrier
  • Cavalier King Charles Spaniel
  • Mops
  • Shih-Tzu [3]

Dazu kommt, dass viele dieser Vierbeiner auch einen verlängerten Gaumen haben, der den Rachen verengt. Diese Hunde sind daher von Natur aus deutlich schneller aus der Puste.

Diese Art von Atemprobleme ist so verbreitet, dass sie auch bereits einen medizinischen Namen hat. Und zwar sprechen Ärzte hier vom “Brachycepahlen Obstruktiven Syndrom”.

Im Übrigen sind viele dieser Hunde auch für ihre verfressene und immer-hungrige Art bekannt. Das kann bei den falschen Fütterungsgewohnheiten schnell zu Übergewicht führen.

Das Problem? Jedes Gramm an extra Fett erhöht nicht nur den Energiebedarf bei Aktivität, sondern drückt auch gegen die Luftröhre im Hals- und Nackenbereich. [4]

Rassen mit einer kurzen Schnauze und einem flachen Gesicht leiden häufig zuchtbedingt an verengten Nasenlöchern, einem überlangen Gaumen und Übergewicht. Alle drei Faktoren können in der Praxis dazu führen, dass der Hund bei Anstrengung schnell erschöpft.

#3 Schilddrüsenunterfunktion

Die Schilddrüse ist primär für die Produktion von Schilddrüsenhormonen verantwortlich. Diese spielen für den Energiestoffwechsel und die Aufnahme von Zucker eine zentrale Rolle.

Das Problem? Produziert die kleine Drüse am Hals des Hundes davon zu wenig, dann verlangsamt sich der gesamte Stoffwechsel. Klassische Symptome davon sind:

  • Plötzliche Gewichtszunahme
  • Hund friert schnell
  • Energie- und Antriebslosigkeit
  • Dunkle Flecken auf der Haut
  • Hund ist schnell außer Atem
  • Ungewöhnlich starker Haarverlust
  • Langsamer Puls [5]
Hund erschöpft

In den meisten Fällen geht eine Schilddrüsenunterfunktion auf die Gene zurück. Aus bislang ungeklärten Gründen sollen vor allem Dobermanns, Doggen und Retriever darunter leiden.

In Einzelfällen können auch andere Erkrankungen wie beispielsweise eine Infektion oder Tumorerkrankung die Schilddrüse negativ beeinträchtigen. [6]

Die Heilbarkeit ist hier von der Ursache abhängig. Bei genetisch bedingten Problemen werden meist Medikamente verschrieben. Bei Erkrankungen erfolgt die Therapie individuell.

Hunde mit einer Schilddrüsenunterfunktion haben aus hormonellen Gründen deutlich weniger Energie. In der Praxis zeigt es sich meist dadurch, dass der Hund sehr schnell erschöpft ist, einen langsamen Puls hat und allgemein sehr antriebslos wirkt.

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#4 Blutarmut

Auch wenn Blut einen sehr flüssigen Eindruck macht, in Wirklichkeit besteht es zu rund 50 % aus festen Bestandteilen. Ein Großteil machen hier sogenannte “Blutkörperchen” aus.

Die roten Blutkörperchen sind bei Hunden primär für die Sauerstoffversorgung zuständig. Hat der Hund davon aber zu wenige, dann sprechen Mediziner von einer “Blutarmut”.

Die Folge? Selbst bei einer normalen Atmung kommt dennoch zu wenig Sauerstoff in den Organen und Muskeln an. Zu den häufigsten Symptomen gehören hier:

  • Weißliches Zahnfleisch
  • Dunkle Stuhlfarbe
  • Erhöhter Schlafbedarf
  • Hund ist ständig schlapp
  • Schnelle Atmung
  • Unerklärliche Gewichtszunahme
  • Plötzliches Erbrechen [7]

In den meisten Fällen ist dafür ein starker Blutverlust durch eine Verletzung verantwortlich. Aber auch zahlreiche Erkrankungen können dahinterstecken. Dazu gehören:

  • Cushing-Syndrom
  • Vergiftungen
  • Blutsaugende Parasiten
  • Nierenerkrankungen
  • Medikamente
  • Virale Infektionen [8]

Die Beschwerden einer Blutarmut lassen sich mithilfe von Medikamenten in der Regel gut behandeln. Die Heilbarkeit ist aber stark von der zugrundeliegenden Ursache abhängig.

Bei Hunden mit einer Blutarmut werden die Organe und Muskeln mit Sauerstoff unterversorgt. Spätestens bei körperlicher Betätigung macht sich das bemerkbar, wenn der Hund ungewöhnlich schnell erschöpft und außer Puste ist oder gar ein blasses Zahnfleisch bekommt.

#5 Cushing-Syndrom

In Deutschland ist das Cushing-Syndrom auch umgangssprachlich unter “Zitter-Syndrom” bekannt. Das liegt daran, dass diese Erkrankung zu einer Überproduktion von Cortisol führt.

Cortisol ist neben Adrenalin das bekannteste Stresshormon. Diese Erkrankung hat daher zur Folge, dass der Hund nonstop in Alarmbereitschaft ist.

Studien zufolge sollen primär ältere Hunde darunter leiden. Theoretisch kann es jedoch Hunde jeden Alters treffen. Typische Anzeichen davon sind:

  • Ständiger Durst
  • Hund hechelt viel
  • Häufige Hautentzündungen
  • Hund zittert im Ruhezustand
  • Schnelle Erschöpfung
  • Starker Hunger
  • Hund muss ständig pinkeln [9]
Hund ist außer Atem

Die Ursache geht hier in fast allen Fällen auf einen Tumor zurück. In rund 4 von 5 Fällen befindet er sich in der Hirnanhangsdrüse, in den restlichen Fällen in den Nebennieren.

Mithilfe von Medikamenten können die meisten Hunde hier ein relativ normales Leben führen. In Einzelfällen kann der Tumor auch operativ entfernt werden. [10]

Das Cushing-Syndrom führt bei Hunden dazu, dass ihr Level an Stresshormonen dauerhaft erhöht ist. Neben einem starken Durst führt es unter anderem auch dazu, dass Hunde schnell schlapp sind, keine Energie haben, oft pinkeln müssen und nahezu dauerhaft hecheln.

#6 Virale Infektionen

Hunde und vor allem junge Vierbeiner sind dafür bekannt, häufiger mit Viren zu kämpfen zu haben. Zu den gefährlichsten Viruserkrankungen gehören:

  • Staupe
  • Parvovirose
  • Hepatitis Contagiosa Canis
  • Influenza-Virus
  • Leptospirose
  • Tollwut [11]

Betroffene Hunde sind hier schnell erschöpft, weil fast alle Energie in das Immunsystem gepackt wird. Weitere typische Symptome davon sind:

  • Messbares Fieber
  • Antriebs- und Energielosigkeit
  • Häufiges Husten
  • Laufende Nase
  • Appetitlosigkeit
  • Plötzliches Erbrechen
  • Dauerhafter Durchfall [12]

Gegen viele der gefährlichsten Viren gibt es bereits Impfstoffe. Vorbeugung ist daher die beste Option, indem du die Nachimpfungen regelmäßig durchführst.

Bei einer akuten Erkrankung rate ich jedoch den Tierarzt aufzusuchen. Denn je früher der Virus diagnostiziert wird, desto besser stehen die Behandlungs- und Heilungschancen.

Virale Infektionen können bei Hunden dazu führen, dass ihr Körper nahezu alle verfügbare Energie zur Bekämpfung des Virus einsetzt. Das hat zur Folge, dass betroffene Vierbeiner schnell erschöpfen, allgemein sehr antriebslos wirken und auch ständig aus der Puste sind.

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#7 Asthma

Asthma führt bei Hunden dazu, dass sie überempfindlich auf gewisse äußere Einflüsse reagieren. Das hat zur Folge, dass sie häufiger mit Kurzatmigkeit zu kämpfen haben.

Weil die Atemprobleme relativ rasch einsetzen, ist auch von einem “Asthmaanfall” die Rede. In den meisten Fällen wird ein solcher Anfall durch Allergene oder Reizstoffe ausgelöst:

  • Ätherische Öle
  • Schimmelsporen
  • Zigarettenrauch
  • Gräser und Pollen
  • Hausstaubmilben
  • Parfüm [13]
Hund ist aus der Puste

Zu erkennen ist Asthma in der Regel dadurch, dass plötzlich die Atmung zunehmend schneller wird und der Puls steigt. Weitere klassische Symptome sind:

  • Hustenanfall
  • Schwere Atmung
  • Bläuliches Zahnfleisch
  • Hund atmet komisch
  • Schnelle Erschöpfung
  • Starkes Hecheln
  • Appetitlosigkeit [14]

In schweren Fällen kann ein Asthmaanfall auch lebensbedrohlich werden. Hier sind meist eine Sauerstoffmaske sowie entsprechende Medikamente notwendig.

Asthma selbst ist zwar nicht heilbar, lässt sich aber gut behandeln. Zudem gilt es die typischen Auslöser wie beispielsweise Allergene in Zukunft vorzubeugen.

Wenn Hunde an Asthma leiden, dann kommt es hin und wieder zu anfallsartiger Luftnot. In der Praxis ist es meist daran zu erkennen, dass der Hund bei körperlicher Aktivität sehr schnell außer Atem kommt, das Zahnfleisch bläulich wird und er gleichzeitig viel hustet.

#8 Herzprobleme

Die primäre Aufgabe des Herzens ist alle Organe und Muskeln mit Blut zu versorgen. Kommt es jedoch zu einer Herzschwäche, dann wird auch die Pumpe zunehmend schwächer.

Das hat wiederum zur Folge, dass die Muskeln und Lungen unzureichend mit Blut versorgt werden und der Hund schnell schlapp wird. Weitere typische Anzeichen sind hier:

  • Ständiges Husten
  • Plötzliche Ohnmacht
  • Kurzatmigkeit
  • Unruhiges Umherlaufen
  • Energielosigkeit
  • Wasseransammlung im Bauch
  • Starkes Hecheln [15]

Zur Diagnose wird meist der Blutdruck gemessen, ein EKG durchgeführt und das Blut untersucht. Bei plötzlichem Einsetzen weist es meist auf bestehende Erkrankungen hin.

Bei einem schleichenden Eintreten kann es auch auf die Genetik oder ein hohes Alter zurückgehen. In allen Fällen solltest du hier zur Behandlung den Tierarzt aufsuchen. [16]

Wenn Hunde mit Herzproblemen zu kämpfen haben, dann wirkt sich das auf sämtliche Organe und Muskeln aus. Unter anderem ist es daran zu erkennen, dass die Vierbeiner schnell schöpft sind oder gar umkippen. Zudem ist ihre Atmung meist ungewöhnlich schnell.

Weitere seltene Ursachen:
  • Unterzuckerung
  • Hitzeschlag
  • Blutsaugende Parasiten
  • Lungenkrebs
  • Chronischer Stress
  • Flüssigkeit in der Lunge
  • Nierenerkrankungen [17]
  • Diabetes
  • Cushing-Syndrom
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Vergiftungen
  • Dehydrierung
  • Verschluckte Fremdkörper
  • Leberprobleme [18]

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Kevin

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.