Hund speichelt stark | 11 häufigste Ursachen [2021]


Wenn Hunde stark speicheln, dann geht das meist auf zuchtbedingte Probleme oder Übelkeit zurück. Unter Umständen kann es jedoch auch ein Hinweis auf Zahnprobleme, Vergiftungen, Stress, eine Mandelentzündung oder Probleme beim Schlucken sein.

Mediziner sprechen hier auch von einer “Hypersalivation”. In aller Regel geht das Problem auf drei zugrundeliegende Faktoren zurück:

  • Vermehrte Bildung von Speichel
  • Probleme beim Schlucken des Speichels
  • Mangelhafter Speichelabfluss [1]

Zudem gibt es hier auch in Abhängigkeit der Rasse große Unterschiede. Im Folgenden lernst du über die 11 häufigsten Ursachen und was gegen das viele Sabbern hilft.

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#1 Zahnprobleme

Bei Zahnschmerzen oder sonstigen Problemen im Mundraum solltest du nicht davon ausgehen, dass dich dein Hund darauf aufmerksam macht.

Dieses Verbergen von bestehenden Schmerzen ist ein Verhalten, das Hunde von ihren Vorfahren, den Wölfen, geerbt haben. Zu den häufigsten Problemen im Mundraum gehören:

  • Zahnkaries
  • Starke Zahnstein
  • Splitter im Zahnfleisch
  • Krebs im Mundraum
  • Abgebrochener Zahn
  • Entzündungen des Zahnfleischs
  • Löcher im Zahn [2]
Hund sabbert

Da Speichel auch eine entzündungshemmende und desinfizierende Wirkung hat, wird davon bei Zahnproblemen mehr gebildet. Das erklärt das viele sabbern. Weitere Symptome sind:

  • Rötungen am Zahnfleisch
  • Hund verweigert Futter
  • Hund kaut einseitig
  • Starke Verfärbung am Zahn
  • Hund hat Schaum am Mund
  • Plötzliche Aggression
  • Hund ist berührungsempfindlich
  • Ungewöhnlicher Mundgeruch [3]

Hier solltest du bei Verdacht den Tierarzt konsultieren. Denn Zahnprobleme können unbehandelt sehr schmerzhaft sein und lassen sich in aller Regel auch relativ gut behandeln.

Wenn Hunde mit Zahnproblemen zu kämpfen haben, dann bildet sich automatisch mehr Speichel. Betroffene Hunde fangen daher meist stark zu speicheln an, verweigern ihr Futter, bekommen Rötungen im Mund und werden um die Schnauze berührungsempfindlich.

#2 Zuchtbedingte Probleme

Einige Rassen leiden aufgrund ihrer Züchtung häufiger an Problemen im Mund- und Nasenbereich. Die sogenannten “brachycephalen Hunde” sind hier das Paradebeispiel.

Damit sind all diejenigen Rassen gemeint, die extra so gezüchtet wurden, dass sie eine kurze Schnauze und ein flaches Gesicht haben. Typische Beispiele sind hier:

  • Englische Bulldogge
  • Bordeaux Dogge
  • Mastino Napoletano
  • Deutscher Boxer
  • Deutsche Dogge
  • Bullmastiff [4]

Bei diesen Rassen sammelt sich zuchtbedingt der Speichel in den Wangen. Bei Bewegung oder beim Schütteln sabbert es dann heraus. Das Gleiche gilt für Wasser nach dem Trinken.

In diesem Fall hilft selbst das beste Training nichts. Denn Schuld hat einzig und allein die Züchtung, die vor mehreren Jahrzehnten oder Jahrhunderten stattgefunden hat. [5]

Aus diesem Grund ist bei diesen Rassen auch von “Qualzuchten” die Rede. Denn bei ihrer Züchtung wurden willentlich gesundheitliche und optische Probleme in Kauf genommen.

Bei Hunden mit einer kurzen Schnauze kommt es aufgrund ihrer Züchtung meist zu einer Ansammlung von Sabber in den Backen. Das erklärt, warum diese Rassen auch im Vergleich zu anderen sehr stark speicheln. Dafür können die Vierbeiner aber nichts.

#3 Vergiftungen

Vergiftungen kommen bei Hunden deutlich häufiger vor als bei Menschen. Das liegt unter anderem daran, dass selbst gewöhnliche Lebensmittel bei Hunden toxisch wirken.

Zudem sind auch vor allem junge Vierbeiner teilweise so neugierig, dass sie unüberlegt irgendwelche Pflanzen oder sonstige Dinge verschlucken. Häufige Ursachen hiervon sind:

  • Schokolade & Kakao
  • Pestizide und Insektizide
  • Toxische Pflanzen
  • Zwiebeln und Knoblauch
  • Rattengift
  • Medikamente und Drogen
  • Trauben und Rosinen [6]
Hund speichelt

Auch hier ist das viele Sabbern lediglich eine unterbewusste Schutzreaktion des Körpers, um die Auswirkungen zu reduzieren. Weitere klassische Anzeichen von Vergiftungen sind:

  • Plötzliches Erbrechen
  • Hund fängt zu zittern an
  • Schaum vor dem Mund
  • Hund atmet schwerfällig
  • Exzessive Speichelbildung
  • Appetitlosigkeit
  • Plötzlicher Anfall [7]

Bei Verdacht solltest du hier umgehend aktiv werden und die tierärztliche Notfallklinik aufsuchen. Denn ohne eine Behandlung können Vergiftungen auch tödlich enden.

Wenn sich Hunde durch das Verschlucken toxischer Dinge eine Vergiftung zugezogen haben, dann macht sich das meist kurze Zeit später am Verhalten bemerkbar. Typisch ist hier, dass betroffene Vierbeiner stark speicheln, zittern und Atemprobleme bekommen.

#4 Infektion der oberen Atemwege

Wenn sich im Rachen oder der Nase Bakterien, Pilze oder sonstige Viren festsetzen, dann kann es zu Entzündungen kommen. Mediziner unterscheiden hier zwischen:

  • Rhinitis = Entzündete Nasenschleimhaut
  • Pharyngitis = Entzündung des Rachenraums
  • Sinusitis = Entzündete Nasennebenhöhle [8]

Am häufigsten kommen solche Infektionen bei Rassen mit einer kurzen Schnauze vor, da die Bakterien oder Viren hier leichter eindringen können. Typische Anzeichen davon sind:

  • Ständiges Niesen
  • Hund sabbert viel
  • Appetitlosigkeit
  • Röchelnde Atmung
  • Hund würgt Schleim
  • Dickflüssiger Nasenausfluss
  • Häufiges Husten [9]

Statistiken zufolge sollen neben den brachycephalen Rassen auch häufig Greyhounds, Australian Shepherds, Collies sowie Shetland Sheepdogs davon betroffen sein.

Grundsätzlich richtet sich hier die Behandlung nach der Ursache. Bei Bakterien kommen meist Antibiotika und bei Pilzen eventuelle Cremes und Sprays zum Einsatz.

Wenn sich die oberen Atemwege von Hunden entzünden, dann kann das auch die Produktion von Speichel stark beeinflussen. Zu erkennen sind solche Entzündungen meist daran, dass sich die Atmung ändert, der Hund sabbert und ungewöhnlich oft niest.

#5 Übelkeit

Wusstest du, dass Hunde im Vergleich zu Menschen deutlich öfter mit Übelkeit zu kämpfen haben? Das liegt daran, dass sie erst seit wenigen Jahrtausenden Allesfresser sind.

Ihr Verdauungssystem ist daher noch relativ primitiv und selbst kleine Ungereimtheiten können Probleme verursachen. Zu den häufigsten Ursachen davon gehören:

  • Essen von Menschen
  • Schimmel im Futter
  • Magen-Darm-Infekte
  • Reisekrankheit
  • Leber- und Nierenerkrankungen
  • Verdorbenes Hundefutter
  • Toxische Lebensmittel
  • Wurmbefall [10]
Hund speichelt

Übelkeit kannst du bei Hunden meist daran erkennen, dass sie ständig die Lippen ablecken und dabei stark speicheln. Weitere klassische Anzeichen sind:

  • Durchfall und Erbrechen
  • Hund winselt und fiept
  • Häufiges Schmatzen
  • Hund stößt oft auf
  • Antriebsloses Verhalten
  • Schlucken von Luft
  • Hund verweigert Futter [11]

Normalerweise sollte sich eine Übelkeit nach mehreren Stunden des Fastens von selbst lösen. Bei chronischen Beschwerden rate ich das Futter zu wechseln und Hilfe aufzusuchen.

Wenn Hunden übel ist, dann fangen sie auch meist exzessiv zu sabbern an. Typisch ist zudem, dass betroffene Hunde häufig die Lippen ablecken, zu schmatzen beginnen oder sich gar übergeben. In den meisten Fällen löst sich dieses Problem von selbst.

#6 Probleme beim Schlucken

Es ist vollkommen normal, dass Hunde nonstop neuen Speichel produzieren. Normalerweise sollte dieser aber ab einer gewissen Menge über den Rachen abfließen.

Zum Problem wird es dann, wenn Hunde Schwierigkeiten beim Schlucken haben und sich deshalb der Speichel ansammelt. Typische Ursachen davon sind:

  • Geschwollene Lymphknoten
  • Kehlkopflähmung
  • Verschluckter Fremdkörper
  • Tumorerkrankung
  • Nervenstörung
  • Mandelentzündung
  • Verletzung im Mundraum [12]

Das viele Speicheln ist hier das kleinere Problem. Das gilt insbesondere dann, wenn der Hund auch Wasser und Futter verweigert. Weitere typische Anzeichen sind hier:

  • Ständiges Verschlucken
  • Hund frisst nicht
  • Eigenartige Atmung
  • Hund würgt ständig
  • Schwellung am Hals
  • Gewichtsverlust
  • Hund trinkt zu wenig [13]

Bei bestehenden Atemproblemen solltest du hier umgehend tätig werden. Die Therapie ist hier von der jeweiligen Ursache abhängig. Der Tierarzt kann hier weiterhelfen.

Wenn Hunde Schwierigkeiten beim Schlucken bekommen, dann macht sich das meist auch durch ein starkes Sabbern bemerkbar. Zudem ist typisch, dass betroffene Hunde nichts fressen, weniger trinken, sich häufiger verschlucken und einen ständigen Würgereiz haben.

#7 Hitze und Fieber

Im Gegensatz zu uns können sich Hunde viel schwerer abkühlen. Das geht primär darauf zurück, dass sie deutlich weniger Schweißdrüsen haben als Menschen.

Stattdessen versuchen sie durch Hecheln ihren Körper im Sommer oder bei Fieber herunterzukühlen. Typische Ursachen einer erhöhten Körpertemperatur sind:

  • Virale Infektionen
  • Insektenstiche
  • Autofahren im Sommer
  • Vergiftungen
  • Infektion der Organe
  • Impfreaktion [14]
Hund sabbert

Durch das starke Hecheln fangen betroffene Hunde hier auch meist zu sabbern an und vermeiden warme Liegeplätze. Typische Symptome einer erhöhten Körpertemperatur sind:

  • Heiße Ohren
  • Sehr rotes Zahnfleisch
  • Erhöhter Puls
  • Hund atmet schnell
  • Rote Augen
  • Lethargisches Verhalten
  • Laute Atmung [15]

Bei Anzeichen auf einen Hitzeschlag solltest du umgehend den Tierarzt aufsuchen, um permanente Schäden vorzubeugen. Bei Fieber gilt es, die Ursache herauszufinden.

Wenn Hunde Fieber haben oder ihnen schlicht zu heiß ist, dann fangen sie instinktiv zu hecheln an. Je höher die Körpertemperatur ansteigt, desto stärker speicheln sie dabei auch. Zudem ist typisch, dass betroffene Hunde antriebslos wirken und heiße Ohren haben.

#8 Starker Appetit

Sicher kennst du das Gefühl, wenn du etwas Leckeres im Supermarkt zu essen siehst und dir bereits beim Anblick das Wasser im Mund zusammenläuft. Nicht wahr?

Hunden geht es hier nicht anders. Der Grund dafür ist auch einfach erklärt. Denn die Verdauung beginnt bekanntlich im Mund. Typische Auslöser dieses Phänomens sind:

  • Hund schaut beim Essen zu 
  • Geräusch, wenn der Futterpack geöffnet wird
  • Das Waschen des Napfes
  • Hund wird sporadisch vom Tisch gefüttert
  • Geruch von frisch Gekochtem [16]

Vor allem Neufundländer, Berner Sennenhunde und Bloodhounds fangen dabei meist stark zu speicheln an. Weitere Anzeichen eines starken Appetits sind:

Grund zur Sorge besteht hier nicht. Als Lösung kann es hier sinnvoll sein, den Hund zur gleichen Zeit wie beim Mittag- und Abendessen zu füttern.

Starkes Sabbern kann bei Hunden unter anderem auch ein Anzeichen eines Appetits sein. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn währenddessen das Herrchen isst oder er aufgrund eines Geruchs oder eines Geräuschs sein Futter erwartet. Das ist ganz normal.

Tierarzt kontaktieren

#9 Leber- und Nierenprobleme

Die Nieren und Leber sind primär dafür verantwortlich, vorhandene Schad- und Giftstoffe aus dem Körper zu entsorgen. Sie fungieren also wie eine Art “Filter”.

Beide Organe helfen aber auch bei der Verdauung des Speisebreis und beeinflussen damit auch die Speichelproduktion. Typische Ursachen davon sind:

  • Virale Infekte
  • Medikamente
  • Vergiftungen
  • Bakterielle Entzündung
  • Krebserkrankung
  • Innere Verletzungen [18]
Hund speichelt

Leberprobleme sind meist schon relativ früh erkennbar. Nierenprobleme zeigen sich dagegen im Vergleich erst sehr spät. Typische Symptome davon sind:

  • Gelbliche Augen
  • Starkes Sabbern
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hund trinkt viel
  • Gluckern im Bauch
  • Antriebslosigkeit
  • Ständiger Durchfall
  • Häufiger Harndrang [19]

Bei Verdacht rate ich hier umgehend den Tierarzt zu kontaktieren. Diese Art von Erkrankungen sind zwar nicht immer heilbar, lassen sich aber in der Regel gut behandeln.

Wenn Hunde mit der Leber oder den Nieren Problemen bekommen, dann wirkt sich das meist auf den gesamten Organismus aus. Typisch ist hier, dass betroffene Hunde sich plötzlich übergeben, viel trinken, stark speicheln und auch allgemein antriebslos wirken.

#10 Angst & Stress

Wenn Hunde Angst oder Stress empfinden, dann werden entsprechende Stresshormone ausgeschüttet. Vor allem Cortisol und Adrenalin. Typische Auslöser von Angst sind:

  • Ständiger Lärm
  • Fehlende Sozialisierung
  • Anwesenheit fremder Hunde
  • Alzheimer
  • Starkes Unwetter
  • Gewaltvolle Erziehung
  • Einsamkeit [20]

Die dadurch ausgelösten Stresshormone führen auch gleichzeitig zu einer schnellen Dehydrierung. Das erklärt, warum Hunde in solchen Situationen mit hecheln anfangen.

Es wundert daher nicht, dass viele Hunde im Auto sabbern. Denn vor allem für Welpen wird das als stressig empfunden. Weitere typische Anzeichen von Angst und Stress sind:

  • Nachtaktivität
  • Hund pinkelt in die Wohnung
  • Nach hinten gelegte Ohren
  • Hund zieht Rute ein
  • Gebückte Körperhaltung
  • Hund verhält sich unruhig
  • Plötzliches Zittern [21]

Am effektivsten ist es hier den Trigger herauszufinden und anschließend zu vermeiden. Zusätzlich hilft auch jede Menge Aufmerksamkeit gegen solche Emotionen.

Wenn Hunde starke Angst oder chronischen Stress verspüren, dann macht sich das häufig auch durch viel speicheln bemerkbar. Zu erkennen ist es zudem meist daran, dass der Vierbeiner die Rute eingezogen hat, zittert und allgemein unruhig wirkt.

#11 Mandelentzündung

Mandeln werden beim Menschen häufig als “unnötig” bezeichnet. In Wirklichkeit sind sie jedoch ein essenzieller Bestandteil des natürlichen Abwehrsystems von Hunden.

Genauer gesagt sorgen die Mandeln dafür, dass Keime und sonstige Krankheitserreger ins Körperinnere gelangen. Eine Entzündung geht hier meist auf folgende Ursachen zurück:

  • Chronisches Erbrechen
  • Reizung durch ständiges Husten
  • Zahnprobleme
  • Bakterieller Befall
  • Tumorerkrankung
  • Infektion des Zahnfleischs [22]
Hund sabbert

Auch hiervon sind brachycephale Rassen häufiger betroffen. Zumeist ist es dadurch erkennbar, dass der Hund laute Schluckgeräusche macht. Weitere Anzeichen sind:

  • Häufiger Würgereiz
  • Hund frisst nicht trotz Hunger
  • Starkes Sabbern
  • Hund trinkt zu wenig
  • Leichter Husten
  • Seltsames Verhalten
  • Hund würgt Schleim [23]

Die Behandlung leitet sich hier von der Diagnose ab. In den meisten Fällen kommt Antibiotika zum Einsatz. Die Beschwerden sollten damit relativ schnell verschwunden sein.

Eine Mandelentzündung kann bei Hunden dazu führen, dass sie weniger fressen und trinken, da sie Schmerzen beim Schlucken haben. Typischerweise fangen betroffene Hunde dabei auch meist viel zu speicheln an, würgen häufiger und verhalten sich eigenartig.

Seltene Ursachen
  • Gereizte Speiseröhre
  • Magendrehung
  • Tollwut
  • Betäubung nach OP
  • Erweiterte Speiseröhre
  • Störung des Nervensystems
  • Medikamente
  • Insektenstiche
  • Krampfanfälle [24]

Kevin

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.

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