Magengeräusche beim Hund | 9 häufigste Ursachen [2021]


Wenn der Magen des Hundes knurrt oder grummelt, dann geht das meist auf die natürliche Verdauung zurück. Bei sehr lauten Magengeräuschen kann es jedoch auch auf einen Wurmbefall, eine Entzündung, Allergien, Nierenprobleme oder gar Vergiftungen hinweisen.

Grund zur Sorge ist es in der Regel nur dann, wenn es chronisch sehr laut ist und noch weitere krankhafte Symptome eintreten. Hier eine kurze Übersicht:

Ort der GeräuscheTypische Ursachen
MagenWurmbefall
Gastritis
Magenverstimmung
Verschluckte Fremdkörper
Magenkrebs
Leber- und Nierenprobleme
DarmDarmverschluss
Chronisch entzündliche Darmerkrankung
Entzündete Bauchspeicheldrüse
Reizdarmsyndrom
Gestörte Darmflora
Darmentzündung
Magen & DarmNatürliche Verdauung
Lebensmittelallergien
Medikamente
Blähungen
Vorherige Betäubung
Vergiftungen
[1]

Im Folgenden gehen wir die 9 häufigsten Ursachen für Magengeräusche gemeinsam durch.

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#1 Natürliche Verdauung

Während der Verdauung werden die Essensreste im Magen und Darm hin und her transportiert. Das hat gleich 3 verschiedene Funktionen:

  • Zerkleinern des Essensbreis
  • Erhöhte Absorptionsrate
  • Vorbereitung der Ausscheidung [2]

Da sich der Verdauungstrakt hierfür rhythmisch bewegt, kommt es auch häufiger zu einem Blubbern im Magen. Auch ein gesunder Hundemagen gibt folglich Geräusche von sich.

Hund

Das typische Magenknurren entsteht meist dadurch, dass der Magen leer ist und im Gehirn die entsprechenden Hormone ein Hungergefühl einleiten.

Denn dadurch wird der Verdauungstrakt durch die umliegenden Muskeln zusammengedrückt, sodass sämtliche Gase herausgepresst werden. [3]

Das muss allerdings nicht zwangsläufig ein Zeichen von Hunger sein. Es kann auch lediglich sein, dass der Hund gerade etwas sieht, dass den Appetit anregt, er aber eigentlich satt ist.

Selbst bei einer gesunden Verdauung kommt es zu Magengeräuschen bei Hunden. Zudem kommt es bei einem leeren Magen auch häufiger zu einem Knurren. Diese Geräusche sind völlig normal. Grund zur Sorge besteht in der Regel nur dann, wenn sie sehr laut sind.

#2 Wurmbefall

Hunde können von zwei Arten von Parasiten befallen werden. Die Ektoparasiten befinden sich außerhalb des Körpers und Endoparasiten innerhalb.

Bei den internen Parasiten handelt es sich zumeist um Würmer. Insbesondere die nachfolgenden Arten sind dafür bekannt, dass sie auch gerne den Magen befallen:

  • Bandwürmer
  • Hakenwürmer
  • Spulwürmer
  • Peitschenwürmer [4]

Diese Würmer kommen sogar so häufig vor, dass Tierärzte zu einer 3-monatigen vorsorglichen Entwurmung raten. Typische Symptome davon sind:

  • Geschwollener Bauch
  • Magengeräusche
  • Würmer im Stuhl
  • Hund nimmt ab
  • Fehlende Energie
  • Chronischer Durchfall
  • Übelkeit und Erbrechen [5]

Um die Würmer zu entfernen werden zumeist spezielle Tropfen oder Tabletten unters Futter gemischt. Durch eine solche Wurmkur lässt sich das Problem schnell beheben.

Wenn sich Würmer im Magen des Hundes befinden, dann machen sich diese nach einer gewissen Zeit auch bemerkbar. Typisch ist hier, dass der Hund trotz normaler Essmenge an Gewicht verliert, Durchfall hat, der Magen ständig knurrt und sich Würmer im Stuhl befinden.

#3 Gastritis

Der Magen wird von einer Schleimhaut geschützt, sodass die aggressive Magensäure nicht das Organ selbst schädigen kann. Zum Problem wird es dann, wenn sich diese entzündet.

Dann ist von einer “Gastritis” die Rede. In den meisten Fällen wird es durch Bakterien ausgelöst. Weitere typische Ursachen davon sind:

  • Allergien
  • Vergiftungen
  • Probleme mit der Leber
  • Virale Infekte
  • Bestehende Intoleranzen
  • Erkrankungen der Niere
  • Wurmbefall [6]
Hund

Vor allem kranke Hunde werden davon häufiger betroffen. Unter anderem kann es sich auch durch ungewöhnliche Magengeräusche bemerkbar machen. Typische Symptome sind hier:

  • Hund hat keinen Appetit
  • Plötzliches Erbrechen
  • Antriebsloses Verhalten
  • Blut im Erbrochenen
  • Durchfall mit Schleim
  • Plötzlicher Mundgeruch
  • Ständiges Sodbrennen
  • Starker Durst [7]

Die Behandlung richtet sich hier nach der vermuteten Ursache. In vielen Fällen reicht bereits Antibiotika aus. Anschließend solltest du dann auf etwas Leichtverdauliches zurückgreifen.

Wenn Hunde mit einer Gastritis zu kämpfen haben, dann kommt es zumeist auch zu Beschwerden im Magen. Zu erkennen ist es typischerweise daran, dass der Hund das Futter verweigert, häufig erbricht, Durchfall bekommt und der Magen ständig knurrt und blubbert.

#4 Magenverstimmung

Wusstest du, dass Hunde viel häufiger mit Bauchschmerzen zu kämpfen haben als wir Menschen? Das liegt daran, dass sie erst seit wenigen Jahrtausenden Allesfresser sind.

Sie “verderben” sich den Magen daher um ein Vielfaches einfacher als wir Menschen. Zu den häufigsten Ursachen einer Magenverstimmung gehören:

  • Schimmel im Futter
  • Lebensmittelintoleranzen
  • Futter ist alt und verdorben
  • Menschliche Essensreste
  • Lebensmittelallergien
  • Hund hat Müll gefressen [8]

In diesem Fall werden die Magengeräusche zumeist durch die dadurch entstehenden Blähungen ausgelöst. Weitere typische Anzeichen davon sind:

  • Plötzliches Erbrechen
  • Hund bekommt Durchfall
  • Antriebsloses Verhalten
  • Hund sabbert stark
  • Ständiges Ablecken der Lippen
  • Aufgeblähter Bauch
  • Verminderte Aktivität [9]

Die Lösung? Mehrstündiges Fasten. Das sollte das Problem in der Regel binnen kürzester Zeit lösen. Anschließend wird etwas Leichtverdauliches empfohlen.

Wenn sich Hunde den Magen verderben, dann kommt es meist zu Bauchschmerzen. Häufig ist es daran zu erkennen, dass der Hund Blähungen bekommt, sich plötzlich übergibt und der Magen grummelt oder blubbert. Auch ein lethargisches Verhalten ist hier typisch.

#5 Lebensmittelallergien

Nicht nur Pollen und Gräser können Allergien verursachen, sondern auch Lebensmittel. Zudem haben viele Hunde auch mit Intoleranzen zu kämpfen. Typische Auslöser sind hier:

  • Getreideprodukte
  • Sojaprodukte
  • Milchprodukte
  • Einige Gewürze
  • Bestimmte Fleischsorten
  • Füllstoffe im Futter [10]

Auffällig ist hier, dass die Beschwerden zumeist kurze Zeit nach dem Fressen auftreten. Ein starker Juckreiz rund um das Maul gehört dabei zu den ersten Symptomen.

Hund

Allergene und Intoleranzen können sich jedoch auch primär im Magen bemerkbar machen. Starke Blähungen und laute Magengeräusche sind hier typisch. Weitere Anzeichen sind:

  • Hund erbricht plötzlich
  • Gesicht schwillt an
  • Rötungen im Gesicht
  • Hund atmet schwer
  • Plötzliche Hyperaktivität
  • Hund verliert an Gewicht
  • Häufiges Niesen [11]

Gegen Allergien und Intoleranzen gibt es keine Heilung. Die einzige wirkliche Möglichkeit ist hier die entsprechenden Lebensmittel vorzubeugen. Ein Allergietest kann dabei helfen.

Hunde mit Allergien oder gar Intoleranzen bekommen häufig nach dem Fressen des normalen Futters Verdauungsprobleme. Unter anderem kann sich das darin äußern, dass der Hund starke Blähungen hat, sich erbricht und der Magen zu brummen und knurren beginnt.

#6 Leber- und Nierenprobleme

Auch wenn die Leber und Nieren nicht direkt zum Verdauungstrakt gehören, so spielen sie dennoch für die Verdauung eine zentrale Rolle. Der Grund?

Sie sorgen dafür, dass sämtliche Gift- und Schadstoffe aus dem Organismus entsorgt werden. Zu den häufigsten Ursachen für Probleme mit den Nieren und der Leber gehören:

  • Bakterielle oder virale Infektionen
  • Interne Blutungen
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • Verschlucken toxischer Dinge
  • Tumorerkrankungen [12]

Probleme mit der Leber zeigen sich zumeist schon sehr früh. Nierenprobleme dagegen erst dann, wenn bereits ⅔ davon nicht mehr funktionieren. Häufige Anzeichen hierfür sind:

  • Appetitlosigkeit
  • Eigenartige Magengeräusche
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Chronischer Durchfall
  • Erhöhte Trinkmenge
  • Blut im Urin
  • Antriebsloses Verhalten
  • Ständiger Harndrang [13]

Zur Diagnose solltest du hier umgehend den Tierarzt aufsuchen. Auch wenn die Ursache nicht heilbar sein sollte, dann können die Beschwerden zumeist gut behandelt werden.

Wenn Hunde mit der Leber oder den Nieren Probleme bekommen, dann macht sich das zumeist an einer erhöhten Trinkmenge und einem ständigen Harndrang bemerkbar. Teilweise ist es auch daran erkennbar, dass der Magen grummelt und sich der Hund erbricht.

Tierarzt kontaktieren

#7 Verschluckte Fremdkörper

Bei einigen Rassen wird die natürliche Neugier oft zum Verhängnis. Das ist zumindest dann der Fall, wenn Hunde aus Versehen Fremdkörper verschlucken. Typische Beispiele sind:

  • Golfbälle
  • Kunststoff Essensverpackungen
  • Tischtennisbälle
  • Abgebrochene Spielzeuge
  • Ganze Knochen
  • Zu kleine Spielzeuge [14]

Das Problem? Wenn es diese Dinge durch den Hals schaffen, dann bleiben sie zumeist im Magen stecken. Das gilt insbesondere für unverdauliche Dinge.

Hund

Die Folge? Starke Blähungen sowie allgemeine Verdauungsprobleme. Auch laute Magengeräusche sind hier typisch. Weitere klassische Anzeichen sind:

  • Häufiger Würgereiz
  • Hund verweigert Futter
  • Ständiger Durchfall
  • Aggressives Verhalten
  • Antriebslosigkeit
  • Plötzliche Verstopfung
  • Bauchschmerzen [15]

Zur Diagnose reicht hier meist eine Ultraschalluntersuchung aus. Je nach Art und Größe des Objekts wird dann die entsprechende Behandlung vom Tierarzt eingeleitet.

Wenn Hunde unverdauliche Fremdkörper verschlucken, dann können diese im Magen stecken bleiben. Zumeist ist es daran zu erkennen, dass der Hund Durchfall oder Verstopfungen bekommt. Auch ein Blubbern im Magen und Blähungen sind hier typisch.

#8 Vergiftungen

Viele Erstbesitzer vergiften ihre Hunde aus Versehen selbst. Das liegt daran, dass auch einige gewöhnliche Lebensmittel bei den Vierbeinern eine toxische Wirkung haben.

Selbst jene Lebensmittel, die du vermutlich als gesund einschätzen würdest, können bei Hunden lebensgefährliche Konsequenzen haben. Typische Beispiel davon sind:

  • Lauch, Zwiebeln und Knoblauch
  • Avocados und Macadamianüsse
  • Trauben, Rosinen und Wein
  • Hopfen und Alkohol
  • Kakao und Schokolade [16]

Je nach Lebensmittel können die Beschwerden hier variieren. Unter anderem kann es sich aber auch in Magengeräuschen und Atembeschwerden äußern. Typische Symptome sind:

  • Starkes Hecheln
  • Hund wird unruhig
  • Vermehrte Speichelbildung
  • Bauch des Hundes gluckert
  • Mehrfaches Erbrechen
  • Hund fängt zu zittern an
  • Plötzlicher Durchfall [17]

Bei Verdacht auf eventuelle Vergiftungen rate ich umgehend den tierärztlichen Notdienst aufzusuchen. Ansonsten kann es zu Nieren- und Leberversagen kommen.

Bereits Vergiftungen durch gewöhnliche Lebensmittel können bei Hunden zu akuten Atemproblemen und Bauchschmerzen führen. Typisch ist hier, dass sich betroffene Hunde häufig übergeben, der Magen laut grummelt und sich ungewöhnlich viel Speichel bildet.

#9 Magenkrebs

Von allen Krebsarten gehört Magenkrebs zu den häufigsten. Die Ursachen davon sind noch unklar. Dafür wurden bereits einige Risikofaktoren identifiziert:

  • Alter über 9 Jahren
  • Männlich
  • Bestimmte Rassen [18]

Vor allem Collies, Beagles, Chow-Chows und Staffordshire Terrier soll es Statistiken zufolge sehr häufig treffen. Leider treten die Symptome oft erst im fortgeschrittenen Stadium ein.

Hund

Am ehesten ist es daran zu erkennen, dass sich der Hund nach dem Fressen stets übergibt, weniger frisst und der Magen Geräusche von sich gibt. Weitere typische Symptome sind:

  • Hund sabbert stark
  • Antriebsloses Verhalten
  • Vermeidung von sozialem Kontakt
  • Blut im Stuhl
  • Hund bekommt einen dicken Bauch
  • Verminderte Aktivität
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Plötzliche Aggressivität [19]

Sofern der Tumor noch nicht gestreut hat, wird er zumeist operativ entfernt. In Einzelfällen kommt hier auch eine Chemo- oder Strahlentherapie zum Einsatz.

Magenkrebs kann bei Hunden dazu führen, dass sie chronische Verdauungsstörungen bekommen. Zu erkennen ist es meist an häufigem Erbrechen, einem starken Gewichtsverlust sowie Appetitlosigkeit. Auch ein vermehrtes Knurren und Blubbern im Magen ist hier typisch.

Ursachen für Darmgeräusche

Sollte das Grummeln nicht vom Magen kommen, sondern vom Darm, dann können die folgenden Auslöser dahinter stecken:

  • Darmverschluss
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankung
  • Medikamente
  • Entzündete Bauchspeicheldrüse
  • Reizdarmsyndrom
  • Blähungen
  • Gestörte Darmflora
  • Darmkrebs
  • Folgen einer vorherigen Betäubung
  • Darmentzündung [20]

Kevin

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.

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