Hund impfen – Ja oder nein? [2022]


Ob ein Hund geimpft wird oder nicht, obliegt dem Hundebesitzer. Eine Impfpflicht gibt es in Deutschland nicht. Zum Schutz des Hundes, anderer Tiere und seinen Mitmenschen empfehlen die meisten Tierärzte aber eine Impfung sowie regelmäßige Nachimpfungen.

Es gibt aber auch einige Impfgegner, die dazu eine komplett konträre Meinung haben. Viele Erstbesitzer fragen sich deshalb: “Soll ich meinen Hund wirklich impfen? Ja oder nein?” 

Diese Frage muss jeder für sich beantworten. Meine persönliche Meinung lautet: “So wenig wie möglich und so viel wie nötig.” Eine Grundimmunisierung halte ich daher für sinnvoll.

Allerdings halte ich wenig davon meinen Hund jedes Jahr nachimpfen zu lassen. Alle 3 Jahre sind laut meiner Recherche vollkommen ausreichend. Für eine Impfung sprechen:

  • Impfpflichten
  • Schutz des Hundes
  • Schutz anderer
Hund beim Impfen

Du wirst zudem kaum einen Tierarzt finden, der sich gegen eine Impfung ausspricht. Lass uns dennoch die Kehrseite betrachten. Die größten Argumente gegen eine Impfung sind:

  • Kein 100 % Schutz
  • Seltenheit der Krankheiten
  • Kosten
  • Schädliche Zusatzstoffe
  • Geldmacherei

Im Folgenden gehen wir auf die einzelnen Pro-/Contra-Argumente im Detail ein. Damit du danach selbst entscheiden kannst, ob du deinen Hund impfst oder nicht – Ja oder nein?

Du machst dir Sorgen oder bist dir unsicher? Dann klicke hier, um den Live-Chat mit einem Tierarzt zu starten.

Pro Impfung

Die drei größten Vorteile einer Impfung lauten:

#1 Impfpflichten

Grundsätzlich wird bei Hunden zwischen “Pflichtimpfungen” und “Wahlimpfungen” unterschieden. Wenn du mich fragst, dann sind diese Begriffe aber eher verwirrend.

Denn in Deutschland gibt es keine Impfpflicht für Hunde. Ob du deinen Hund impfen lassen möchtest, oder nicht, bleibt dir überlassen. Das gilt zumindest für das Leben in Deutschland.

Anders sieht das beim Reisen aus. Teilweise wird innerhalb der EU eine Impfung gegen Tollwut verlangt. Außerhalb von Europa gilt die Impfpflicht je nach Aufenthaltsland.

Ohne einen entsprechenden Impfnachweis kann dir daher unter Umständen die Einreise verweigert werden. Mit Strafen musst du hier allerdings nicht rechnen. [1]

Impfung beim Hund

“Soll ich also meinen Hund impfen? Ja oder nein?” – Das entscheidest du als Hundebesitzer selbst. Stell dich allerdings bei ungeimpften Hunden auf Moralpredigten beim Tierarzt ein.

Da in Deutschland keine gesetzliche Impfpflicht herrscht, können Hundebesitzer selbst bestimmen, ob ihr Hund geimpft wird oder nicht. Für Reisen innerhalb der EU wird jedoch meist ein Nachweis für eine Tollwutimpfung verlangt. National ist das aber nicht notwendig.

#2 Schutz des Hundes

Im zweiten Lebensmonat wird von Tierärzten die sogenannte “Grundimmunisierung” empfohlen. Das inkludiert die 5 Pflichtimpfungen und auch meist eine Entwurmung. [2]

Diese Krankheiten können teilweise selbst bei Hunden mit einem starken Immunsystem tödlich enden. Deshalb sprechen Tierärzte häufig von einer “moralischen Impfpflicht”:

KrankheitErste ImpfungZweite ImpfungDritte ImpfungAuffrischung
Parvovirose8. Woche12. Woche16. WocheAlle 3 Jahre
Staupe8. Woche12. Woche16. WocheAlle 3 Jahre
Hepatitis8. Woche12. Woche16. WocheAlle 3 Jahre
Leptospirose8. Woche12. Woche15. MonatJedes Jahr
Tollwut12. Woche16. Woche15. MonatAlle 3 Jahre

Aber sind diese Impfungen wirklich so wichtig? Solltest du nun deinen Hund impfen? Ja oder nein? Lass uns dazu die einzelnen Erkrankungen gemeinsam durchgehen:

  • Parvovirose ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die meist über den Kot infizierter Tiere übertragen wird. Diese “Hundeseuche” kann tödlich enden.
  • Staupe ist eine ansteckende Viruserkrankung, die innerhalb weniger Tage tödlich enden kann. Selbst bei überlebenden Hunden hinterlässt es bleibende Schäden.
  • Hepatitis ist eine durch einen Virus ausgelöste  Leberentzündung. Bei jungen Hunden mit einem schwachen Immunsystem kann es auch zum Tod führen.
  • Leptospirose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die bei ungeimpften und jungen Hunden zu bleibenden Organschäden und dem Tod führen kann.
  • Tollwut ist eine tödliche Viruserkrankung, die auch per Speichel auf Menschen übertragen werden kann. Ungeimpfte Hunde werden hier meist direkt eingeschläfert.

Zu den optionalen Impfungen gehören der Schutz gegen Babesiose, Leishmaniose, Zwingerhusten, Borreliose und Pilzinfektionen. Das sind die sogenannten “Wahlimpfungen”.

Durch Impfungen können Hunde gegen mehrere lebensbedrohliche Krankheiten geschützt werden. Tierärzte sprechen daher von einer moralischen Pflicht des Hundebesitzers, sich darum zu kümmern. Ob du deinen Hund impfst oder nicht, bleibt allerdings dir überlassen.

#3 Schutz anderer

Ich selbst bin im Allgemeinen kein Fan von Impfungen. Und dennoch habe ich mich gegen Covid impfen lassen. Der Grund? Ich will nicht, dass meinetwegen andere Leute erkranken.

Ähnlich sehe ich das auch bei Hunden. In dem Moment, wo du deinen Vierbeiner nicht impfst, riskierst du, dass er andere Hunde, Tiere und Menschen krank machen kann. [3]

Das Gleiche gilt natürlich auch umgekehrt. Andere ungeimpfte Hunde könnten deinem Vierbeiner schaden. Wie würdest du das finden, wenn das eintritt?

Hund bei der Impfung

Wie so oft bei moralischen Themen gibt es hier kein “Richtig” oder “Falsch”. Sondern nur Meinungen, die teilweise auch komplett konträr sein können. Das ist vollkommen normal.

Die Frage lautet also: Bist du okay damit in Kauf zu nehmen, dass dein Hund unbeabsichtigt das Leben anderer riskiert? Falls nein, dann ist vermutlich eine Impfung empfehlenswert.

Falls ja, dann gilt es die weiteren Pro-/Contra-Argumente zu berücksichtigen. Bei mir ist die Antwort ein “Nein”. Aber das ist nur meine Meinung und ich will kein Moralapostel spielen.

Durch den Impfschutz wird nicht nur der Hund vor Krankheiten geschützt, sondern auch andere Tiere und Menschen. Ob du deinen Hund impfen solltest – ob ja oder nein – ist daher auch gewissermaßen eine moralische Frage, die du selbst für dich beantworten musst.

Gratis Futterproben

Contra Impfung

Neben diesen drei Pro-Argumenten gibt es aber auch einige valide Gründe, die gegen eine Impfung sprechen. Dazu gehören:

#1 Nebenwirkungen

Bei einer Impfung werden dem Hund geschwächte Bakterien und Viren verabreicht. Das führt dazu, dass das Immunsystem des Vierbeiners ganz automatisch Antikörper entwickelt.

Das erklärt im Übrigen auch, warum Hunde mehrfach geimpft werden müssen. Dadurch wird der Impfschutz Schritt-für-Schritt aufgebaut. Zudem sind regelmäßige Auffrischungen ratsam.

Einer der kurzzeitigen Nachteile sind die damit einhergehenden Nebenwirkungen. Diese setzen meist bereits mehrere Stunden nach der Impfung ein. Typische Beispiele sind hier:

  • Leichtes Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Geringer Appetit
  • Lokale Schwellung
  • Leichter Schnupfen [4]

In Ausnahmefällen kann es aber auch zu einer allergischen Reaktion gegen den Impfstoff kommen. Ein allergischer Schock kann sogar lebensgefährlich werden.

Hund bei der Impfunginjektion

Erkennen kannst du das primär an plötzlichen starken Schwellungen, Atemproblemen oder dem Kollaps des Hundes. Hier solltest du umgehend den tierärztlichen Notdienst aufsuchen.

Genau davor haben viele Hundebesitzer Angst und fragen sich deshalb, ob sie ihren Hund impfen sollen, oder nicht. Aber ein klares “Ja” oder “Nein” gibt es hier nicht.

Es gab im Übrigen auch schon Fälle, bei denen der Hund nach der Impfung gestorben ist. Zumeist ist dafür ein unerwarteter allergischer Schock verantwortlich.

An dieser Stelle ist wichtig zu betonen, dass der Großteil der Hunde kaum Nebenwirkungen zeigt. Wäre das nicht der Fall, dann wäre eine Impfung in Deutschland kein Standard. [5]

Das zeigt auch eine Untersuchung des deutschen Paul-Ehrlich-Instituts. Laut ihrer Untersuchung soll es lediglich bei 0,0065 % aller Hunden zu Impfreaktionen kommen.

Gewöhnlicherweise gehen Impfungen mit milden Nebenwirkungen einher. Nach spätestens 2 Tagen sollten alle Symptome jedoch wieder verschwunden sein. In seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Reaktion kommen. Dabei handelt es sich aber eher um Ausnahmefälle.

#2 Weitere Faktoren

Impfkritiker nennen auch meist noch weitere valide Contra-Argumente gegen eine Impfung bei Hunden. Zu den Klassikern gehören:

  • Kein 100 % Schutz

Nur weil dein Hund geimpft ist, heißt das nicht, dass er gegen die Krankheit komplett immun ist. Dieses Phänomen dürfte dir vermutlich schon von Covid bekannt sein.

Das liegt primär daran, dass es viele verschiedene Unterarten der Viren und Bakterien gibt. Eine vorherige Impfung lindert aber die Auswirkungen in der Regel sehr deutlich. [6]

  • Seltenheit der Krankheiten

Aufgrund der strengen Impfvorschriften sind einige Erkrankungen wie beispielsweise Tollwut in Europa eine absolute Seltenheit geworden. Das bestätigen auch Statistiken.

Ist eine solche Impfung also notwendig, oder doch nicht? Auch das lässt sich nicht mit “Ja” oder “Nein” beantworten. Denn die aktuelle Situation ist nur so, weil fast alle geimpft sind.

Hund wird geimpft
  • Kosten

Tierärzte rechnen die Kosten für eine Impfung stets nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ab. Sie können dafür den 1 bis 3-fachen Gebührensatz verlangen.

Einzelimpfungen sind zudem teurer als Kombi-Impfungen. Für die Grundimmunisierung kannst du pro Impfung mit rund 50-70 € rechnen. Das Gleiche gilt für Nachimpfungen.

  • Schädliche Zusatzstoffe

Impfstoffe enthalten meist auch noch einen Cocktail an weiteren Zusatzstoffen. Darunter können sich unter anderem auch Stoffe befinden, welche das Nervensystem schädigen.

  • Geldmacherei

Bis vor wenigen Jahren wurde von Pharmakonzernen noch zu einer jährlichen Nachimpfung geraten. Laut Forschern ist das völlig überflüssig und soll sogar das Schadenspotenzial erhöhen.

Die Impfung gegen Staupe, Parvovirose und Hepatitis soll für rund 7 Jahre gültig sein. Alle restlichen Pflichtimpfungen sollen für rund 3 Jahre halten. [7]

Gegen eine Impfung spricht die Tatsache, dass es keinen vollkommenen Schutz liefert und einige Erkrankungen sehr selten sind. Zudem enthalten die Impfstoffe teilweise schädliche Zusatzstoffe und gehen mit Kosten einher. Allerdings halten sich die Kosten im Rahmen.

Kevin

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.

Neueste Artikel