Hund hat Angst vor Männern | 6 Ursachen & Lösung [2024]


Wenn Hunde Angst vor Männern haben, dann liegt das meist an einer unzureichenden Sozialisierung. In Einzelfällen kann es auch auf den Geruch, bestehende Traumas, ein mangelndes Selbstvertrauen, dominantes Auftreten oder das falsche Training zurückgehen.

Interessanterweise ist das nichts Ungewöhnliches. Junge Welpen haben häufiger damit zu kämpfen. Erkennen kannst du diese Art der Angst primär an den folgenden Anzeichen:

  • Körper zittert
  • Kein Augenkontakt
  • Hund winselt
  • Gebeugte Körperhaltung
  • Plötzliche Inkontinenz
  • Ablecken der Lippen
  • Ständiges Gähnen [1]

Je besser du die Ursache verstehst, desto effektiver kannst du das Problem überwinden. Aus diesem Grund lernst du im Folgenden über die Ursachen und was dagegen hilft.

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Ursachen

In den meisten Fällen geht bei Hunden die Angst vor Männern auf eine oder mehrere der folgenden 6 Ursachen zurück:

#1 Mangelnde Sozialisierung

In der Wildbahn gewöhnen sich Hunde vollkommen automatisch an ihre Umgebung sowie andere Tiere. Denn sie leben meist im Rudel und treffen ständig auf andere Wildtiere.

Das Gleiche gilt auch für Straßenhunde. Bei Haushunden gibt es diese Art einer natürlichen Sozialisierung nicht. Herrchen und Frauchen müssen daher selbst proaktiv vorgehen.

Denn ohne eine ausreichende Sozialisierung wirkt alles fremd, sodass der Vierbeiner Angst bekommt. Das erklärt auch, warum Hunde vor Menschen in Kostümen Angst haben.

Zudem verbringen Welpen in der ersten Lebenswoche viel Zeit mit ihrer Mutter. Mit dem Vater dagegen recht wenig. Die weibliche Fürsorge sind sie daher von klein auf gewohnt.

Ängstlicher Hund

#2 Geruch

Festhalten. Je nach Rasse und Genetik sollen Hunde zwischen 10.000 bis 100.000 Mal besser riechen als Menschen. Das erklärt auch, warum wir Spürhunde einsetzen. [2]

Die Geruchsrezeptoren der Vierbeiner sind so sensibel, dass sie selbst Hormone riechen. Beim Männern ist das überwiegend das “Testosteron” und bei Frauen das “Östrogen”.

Der Alpha im Rudel hat zumeist den höchsten Testosteronspiegel. Das erklärt auch, warum Hunde instinktiv einen großen Respekt oder gar Angst vor dominanten Männern haben.

An den Geruch von Frauen werden die Welpen dagegen bereits von ihrer Mutter gewohnt. Östrogen wirkt daher vertraut. Zudem ist es mit positiven Assoziationen verbunden.

#3 Bestehendes Trauma

Als ich ungefähr 5 Jahre alt war, kratze mir eine schwarze Katze übers Gesicht als ich sie streicheln wollte. Mehrere Wochen hatte ich die Kratzspuren davon im Gesicht.

Und selbst heute bekomme ich beim Anblick einer schwarzen Katze noch ein mulmiges Gefühl im Magen. Genauer gesagt handelt es sich dabei um einen Schutzmechanismus.

Und diesen Schutzmechanismus gibt es ebenfalls bei Hunden. Sollte dein Vierbeiner in der Vergangenheit traumatische Erlebnisse mit Männern erlebt haben, dann ist das der Trigger.

Bei Straßenhunden sowie Hunden aus dem Tierheim kommt das traurigerweise häufiger vor. Teilweise geht es auch auf einen gewaltvollen Umgang in der Vergangenheit zurück. [3]

#4 Negative Feedbackmethoden

Sowohl Hunde als auch Kinder lassen sich mit den gleichen Prinzipien erziehen. Du kannst sie entweder durch Belohnungen oder durch Bestrafungen motivieren:

  • Belohntes Verhalten wird grundsätzlich wiederholt (positives Feedback)
  • Bestraftes Verhalten wird grundsätzlich vermieden (negatives Feedback)

Studien konnten bereits nachweisen, dass Strafen eine stärkere Motivation sind. Zum Problem wird es erst dann, wenn der Großteil der Feedbackmethoden negativ sind.

Das kann mit der Zeit zu Angststörungen und einem geringen Selbstvertrauen führen. Wenn das Feedback vom Herrchen kommt, dann haben Hunde auch teilweise Angst vor Männern.

Hund hat Angst

#5 Mangelndes Selbstvertrauen

Studien konnten längst nachweisen, dass kein Mensch mit einem hohen Selbstvertrauen geboren wird. Vielmehr ist das etwas, das man sich beim Aufwachsen und Reifen aneignet.

Genau gleich geht es Hunden. Wird nicht proaktiv an ihrem Selbstvertrauen gearbeitet, dann kann sich das auch noch Jahre später zeigen. Vor allem bei kleinen Hunderassen. [4]

In nur sehr seltenen Fällen hat das genetische Gründe. Stattdessen ist es meist das Resultat einer Erziehung mit vielen negativen Feedbackmethoden oder gar bestehenden Traumas.

Zu sehen ist es auch häufig bei Hunden, die sehr lange allein gelassen werden und kaum Aufmerksamkeit bekommen. Denn das gehört ebenfalls zu ihren Grundbedürfnissen.

#6 Dominantes Auftreten

Viele Männer sind absolute Meister in unterbewussten Dominanzgesten. Damit sind Verhaltensweisen gemeint, die nach außen einen dominanten Eindruck machen:

  • Direktes Zulaufen
  • Schneller Schritt
  • Direkter Blickkontakt
  • Überlehnen
  • Lautes Sprechen
  • Starrer Blickkontakt

Zudem sind Männer im Vergleich zu Frauen meist größer sowie breiter und haben eine tiefere Stimme. All das erklärt, warum auch Hunde häufiger vor Männern Angst haben. [5]

Frauen begrüßen Hunde dagegen häufiger auf Augenhöhe, indem sie auf die Knie gehen. Denn diese Verhaltensweise wirkt auch bei Babys und Kleinkindern weniger bedrohlich.

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Was tun?

Im ersten Schritt solltest du die potenzielle Ursache vermuten. Je genauer du das einschätzen kannst, desto besser kannst du die effektivste Lösung auswählen:

  • Desensibilisierung

Kriegszeiten zeigen, dass sich Menschen und Hunde traurigerweise an alles gewöhnen können. Wichtig ist dabei nur schrittweise voranzugehen und nichts zu überstürzen.

Finde daher die Hemmschwelle, bei der dein Hund noch “okay” mit einem Mann ist. Dann halte diese Distanz, bevor du sie minimal verkürzst. Und das Gleiche nochmal.

Wiederhole dieses Spiel so lange, bis dein Vierbeiner in der Gegenwart von Männern keinerlei Symptome von bestehender Angst zeigt. Das kann mehrere Wochen dauern.

  • Positive Assoziationen

Sollten traumatische Erlebnisse mit Männern hinter der Angst stecken, dann müssen diese negativen Assoziationen mit positiven ausgetauscht werden. Leichter gesagt als getan.

Am einfachsten geht das dadurch, dass dein Hund von nun an sein Fressen und Trinken nur noch von Männern bekommt. Zudem helfen Leckerlis und viel Aufmerksamkeit.

Auch lange Spaziergänge können helfen, dass der Hund seine Angst vor Männern verliert. Denn er wird den Kontakt künftig mehr und mehr mit positiven Gefühlen verbinden. [6]

Angstvoller Hund
  •  Selbstbewusstsein aufbauen

Auch scheinbar schüchterne Hunde können zu selbstbewussten Vierbeinern werden. Wie? Dafür gibt es eine ganze Reihe an Methoden, angefangen bei viel Aufmerksamkeit.

Vor allem die Aufmerksamkeit vor anderen Hunden und Menschen wird dein Hund sehr zu schätzen wissen. Das Gleiche gilt für Lob oder Streicheleinheiten vor anderen.

Auf negative Feedbackmethoden mit Bestrafungen würde ich dabei überwiegend verzichten. Zudem solltest du vermeiden, dass du das Vertrauen deines Vierbeiners ausnutzt. 

  • Richtige Begrüßung

Sollte dein Hund nur vor bestimmten Männern Angst haben, dann kannst du das Training auch beim Mann anfangen. Und zwar, wie man Hunde am besten begrüßen sollte.

Wie das geht? Laufe nie direkt auf einen Hund zu, gehe in die Hocke und lass ihn zunächst einmal an dir schnüffeln. Rede mit einer ruhigen Stimme und vermeide rasche Bewegungen.

Allein mit diesen Tipps sollte die Hemmschwelle deutlich schneller überwunden werden. Zusätzlich dazu können auch Leckerlis helfen, um den Hund anzulocken. [7]

  • Professionelle Hilfe

Sollten all diese Tipps nicht helfen, dann rate ich einen professionellen Hundetrainer aufzusuchen. Häufig kann man in lokalen Hundeschulen auch Einzeltermine buchen.

Falls du eine günstigere und flexiblere Lösung suchst, dann kann ich dir die Online Hundeschule von Johanna Esser empfehlen. Dort werden Ängste ebenfalls behandelt.

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Kevin Söll

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.

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