Wie sehen Hunde nachts? Mit Bildern [2021]


Im Vergleich zum Menschen sehen Hunde nachts rund 5-fach heller, die Umgebung besser, schnelle Objekte schärfer und nehmen deutlich mehr relevante Objekte wahr. Dafür sehen sie in die Ferne rund 4-fach schlechter und können lediglich die Farben Blau, Gelb und Grau voneinander unterscheiden.

Befinden sich Hunde nachts in einem komplett abgedunkelten Raum, ohne jegliche Lichtstrahlen, dann sehen sie ebenfalls nichts. Ihr Orientierungssinn aber deutlich besser.

Denn bei Hunden ist die Nase das primäre Sinnesorgan. Bei Menschen sind es die Augen. Je nach Rasse riechen sie durchschnittlich zwischen 10.000-100.000 Mal besser als Menschen.

Grund dafür sind unter anderem die zahlreichen Geruchsrezeptoren in ihrer Nase. Während Menschen davon “nur” rund 5 Millionen haben, besitzen Hunde bis zu 300 Millionen. [1]

Aber auch ihr Gehör hilft ihnen enorm bei der Orientierung. Im Vergleich zu Menschen hören sie 4 Mal weiter in die Ferne und können mehr als 3-fach höhere Töne wahrnehmen. [2]

So viel zur kurzen Antwort. Dann lass uns nun das Thema in der Tiefe durchgehen.

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#1 Hunde sehen nachts rund 5-fach heller

Der Grund hierfür ist evolutionär bedingt. Denn Hunde stammen ursprünglich von Wölfen ab. Diese nachtaktiven Jäger sind meist im Morgengrauen und der Dämmerung aktiv.

Zudem gibt es weitere Raubtiere wie beispielsweise Bären, die ebenfalls um diese Uhrzeit auf der Jagd sind. Die Nachtaktivität dient also auch zum Schutz.

Warum Hunde nachts heller sehen als Menschen ist anatomisch bedingt. Die 3 Hauptunterschiede zu uns sind:

  • 1) Hunde haben mehr Zapfen

Die lichtempfindlichen Zellen im Auge werden auch “Zapfen” genannt. Hunde haben davon deutlich mehr als Menschen, wodurch sie mehr Lichtstrahlen aufnehmen können.

Wie Hunde nachts sehen im Vergleich zum Menschen

Das obige Bild zeigt wie die gleiche Umgebung für uns Menschen und für Hunde aussieht. Und wie du siehst: Hunde sehen in der Nacht so hell wie wir in der Dämmerung sehen würden.

  • 2) Hunde haben größere Pupillen

Die Pupillengröße schwankt je nachdem wie hell oder dunkel es ist. Bei Menschen sind die Pupillen im Hellen durchschnittlich rund 3 mm groß und nachts rund 7 mm. [3]

Die Pupille von Hunden ist dagegen je nach Rasse um ein Vielfaches größer. Bereits die Linse selbst, welche sich hinter der Pupille befindet, ist rund 300-400% größer. [4]

Oder anders formuliert: Bei Hunden können allein aufgrund der größeren Pupillen zwischen 3 und 4-fach mehr Sonnenstrahlen vom Auge aufgenommen werden.

  • 3) Hunde haben eine reflektierende Netzhaut

Hast du dich schon einmal gefragt, warum die Augen von Hunden nachts leuchten, wenn du mit der Taschenlampe darauf leuchtest?

Der Grund hierfür ist eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut des Hundes (“Tapetum Lucidum”). Diese Schicht reflektiert das eintretende Licht zurück durch die Linse.

Das Auge hat also gleich zwei Chancen Lichtstrahlen aufzunehmen. Menschen haben diese Schicht übrigens nicht. Deshalb leuchten unsere Augen auch nicht im Dunkeln. [5]

Reflektierende Netzhaut bei Hunden
Leuchtende Augen bei Hunden in der Nacht

Der Effekt? Die Abenddämmerung sieht für Hunde nahezu wie strahlender Sonnenschein aus. Selbst das Frisbee bei diesen Lichtverhältnissen zu fangen ist für sie kein Problem.

Ist es jedoch völlig dunkel – also ohne jegliche Sonnenstrahlen – dann sehen Hunde ebenfalls nur schwarz. Genauso wie du mit einem Nachtsichgerät hier nur schwarz sehen würdest.

Denn Nachtsichtgeräte genauso wie die Augen von Hunden verstärken lediglich das vorhandene Licht. Ist davon nichts da, dann bleibt der Effekt aus.

Hunde verfügen über größere Pupillen, mehr Zapfen sowie eine reflektierende Schicht in der Netzhaut. Sie können damit nachts rund 5-fach heller sehen als Menschen. In einem komplett lichtdichten Raum sind Hunde dagegen ebenfalls blind.

#2 Hunde sehen nachts nur gelb, blau und grau

Hunde sehen die Welt nicht in Schwarz-Weiß. Das ist ein Mythos. Stattdessen verfügen sie über 2 Farbrezeptoren im Auge, mit deren Hilfe sie alle Blau- und Gelbtöne sehen. [6]

Oder wie Augenärzte sagen würden: Hunde sind “Dichromaten”. Sie können deshalb nur rund 10.000 verschiedene Farben voneinander unterscheiden. Auch Grautöne gehören dazu.

Hast du dich schon einmal gewundert, warum die Hindernisse in Wettbewerben bei Hunden immer blau und gelb sind? Nun, jetzt weißt du darum.

Gelb-blaue Hindernisse bei Hunde-Wettbewerben

Unsere Welt ist dagegen deutlich bunter. Denn wir sind sogenannte “Trichromaten”. Heißt konkret: Anstatt nur Gelb- und Blautöne zu sehen, können wir auch Rot wahrnehmen. [7]

Durch all die Farbkombinationen können wir rund eine Million Farben voneinander unterscheiden. Oder anders ausgedrückt: Hunde sehen nur rund 1% der Farben von uns.

Das gilt im Übrigen sowohl Tagsüber als auch nachts.

Jetzt weißt du auch, warum ich mir bei roten Hundespielzeugen ständig an den Kopf fassen muss. Denn Hunde können diese Farbe schlicht nicht sehen.

Welche Farben Hunde sehen im Vergleich zum Menschen
Bild darf unter diesen Richtlinien verwendet werden.

Bereit für ein verrücktes Gedankenspiel? Schmetterlinge haben nicht nur 3-Farbrezeptoren, sondern ganze 6. Stell dir mal vor wie kunterbunt die Welt damit aussieht.

Festhalten. Es geht noch mehr. Denn die Mantis-Garnele verfügt sogar über satte 16 Farbrezeptoren. Also mehr als 5 Mal mehr als wir Menschen.

Im Vergleich zum Menschen sehen Hunde nachts die Welt lediglich in Gelb, Blau und Grau. Rottöne können sie aufgrund des fehlenden Farbrezeptors nicht wahrnehmen. Sie können damit in Summe nur 10.000 Farben voneinander unterscheiden.

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#3 Hunde sehen nachts schnelle Objekte schärfer

Wie viele Bilder unser Auge pro Sekunde sehen kann, hängt von unserer Aufmerksamkeit und den Lichtverhältnissen ab. Die Werte schwanken dabei zwischen 10-60 Lichtreize pro Sekunde.

Das bedeutet, dass wir bei bestem Licht und maximaler Aufmerksamkeit eine “Flimmerverschmelzungsfrequenz” von 60 Hz haben. [8]

Jetzt weißt du im Übrigen auch, warum Fernseher aus den 90er Jahren des Öfteren flimmern. Denn die Bildwiederholungsrate liegt hier meist unter 60 Hz.

Heißt konkret: Wir können die kurzen Pausen zwischen den Bildern wahrnehmen. Sehr schnelle Objekte, wie beispielsweise ein Rennmotorrad, können wir dagegen nur verschwommen sehen.

Bei Hunden liegt die maximale Flimmerverschmelzungsfrequenz bei satten 80 Hz. Sie sehen also durchschnittlich rund 33% mehr Bilder pro Sekunde.

Heißt konkret: Schnelle Dinge, die wir nur verschwommen wahrnehmen, sehen Hunde selbst nachts gestochen scharf. [9]

Wie Hunde schnelle Objekte sehen im Vergleich zu Menschen
Bild darf unter diesen Richtlinien verwendet werden.

Das Fangen von Bällen, Frisbees und anderen schnellen Objekten ist daher für Hunde deutlich einfacher. Ihre Sehreflexe sind schlicht 1,3-fach besser.

Jetzt weißt du auch, warum du Haushaltsfliegen nur selten totschlagen kannst. Denn sie nehmen bis zu 250 Bilder pro Sekunde wahr. Sie sehen unsere Hand also so scharf wie in Zeitlupe.

Hunde sehen Tagsüber sowie nachts bis zu 1,3 Mal mehr Bilder pro Sekunde. Selbst schnelle Objekte wie beispielsweise ein Wildtier im Vollsprint sehen sie daher jederzeit scharf. Das menschliche Auge kann solche Dinge dagegen nur verschwommen wahrnehmen.

#4 Hunde sehen nachts schlechter in die Ferne

Die Augen von Hunden sind nicht in allem besser als die von Menschen. Bei der Sicht in die Ferne sind wir beispielsweise klar überlegen.

Ein durchschnittlicher Mensch hat eine Tiefenwahrnehmung von 20/20. Er sieht also selbst Dinge von einer Distanz von 20 Fuß (rund 6 Meter) komplett scharf. [10]

Bei Hunden beträgt die Tiefenwahrnehmung nur 20/80. Sie sehen also Dinge von 20 Fuß (6 Meter) so scharf wie wir Dinge in einer Entfernung von 80 Fuß (24 Meter) sehen.

Heißt konkret: Menschen sehen in die Ferne rund 4-fach besser als Hunde. [11]

Wie gut Hunde in die Ferne sehen im Vergleich zum Menschen
Bild darf unter diesen Richtlinien verwendet werden.

Aber warum können Hunde dann nachts eine Katze sehen, die in 50 Metern Entfernung über die Wiese läuft? Das hat 3 Gründe:

  • Die primäre Sinneswahrnehmung von Hunden ist ihr Geruchssinn, mit dessen Hilfe sie selbst Objekte in weiter Ferne riechen können.
  • Hunde hören nicht nur weiter in die Ferne, sondern auch deutlich mehr Töne, die für uns schlicht unhörbar sind.
  • Die Wahrnehmung von Hunden ist deutlich fokussierter (siehe #5).

Die natürliche Kurzsichtigkeit von Hunden wirkt sich daher in der Praxis deutlich geringer aus als eine Sehschwäche bei Menschen.

Im Vergleich zum Menschen sehen Hunde nachts rund 4 Mal schlechter in die Ferne. Alles ab einer Distanz von rund 6 Metern ist für sie zunehmend verschwommen. Mithilfe ihres exzellenten Geruchssinns und ihrem Gehör können sie dennoch nahezu alle relevanten Objekte aus der Ferne wahrnehmen.

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#5 Hunde nehmen nachts weniger Objekte wahr

Hast du dir schon einmal neue Schuhe gekauft und dann plötzlich gesehen, dass total viele Leute das gleiche Modell tragen? Das ist das Werk deiner selektiven Wahrnehmung.

Denn ohne die Millionen Sinnesreize pro Sekunde zu filtern, wärst du konstant mit unwichtigen Dingen überfordert. Hunde haben im Übrigen die gleiche Fähigkeit.

Im Vergleich zum Menschen ist der Filter von Hunden allerdings deutlich feiner. Sie nehmen daher auch in der Nacht fast ausschließlich für sie relevante Objekte wahr und kaum etwas anderes.

Selektive Wahrnehmung von Hunden in der Nacht

Das ist übrigens auch der Grund, warum es Hunden viel größere Probleme bereitet, die instinktiv “unwichtigen Dinge” als wichtig anzuerkennen.

Denn wenn ein Blindenhund keinen Bordstein oder Zebrastreifen als wichtig einstuft, dann kann es sowohl für ihn als auch sein Herrchen tödlich enden.

Die selektive Wahrnehmung des Sehens ist bei Hunden deutlich fokussierter als bei Menschen. Sie sehen daher sowohl tagsüber als auch nachts nur absolut relevante Objekte. Alles andere blenden sie rücksichtslos aus.

#6 Hunde sehen nachts die Umgebung besser

Sicher ist dir schon einmal aufgefallen, dass du selbst dann bewegende Objekte um dich herum siehst, wenn du dich mit den Augen auf die Nase fokussierst.

Das ist das sogenannte “periphere Sehen”. Diese Art von indirektem Sehen ist bei Hunden anatomisch bedingt deutlich besser. Die Gründe dafür sind zweierlei:

  • 1) Vergrößerter Augenabstand

Ein erwachsener Mensch misst durchschnittlich 6,2 cm zwischen den Pupillen – der sogenannte “Augenabstand”. Je nach Genetik schwankt diese Entfernung zwischen 5,4 und 7,2 cm. [12]

Bei Hunden ist für den Augenabstand primär die jeweilige Rasse entscheidend. Durchschnittlich beträgt hier der Augenabstand aber rund 7,7 cm.

Abstand der Augen von Hunden und Menschen
Bild darf unter diesen Richtlinien verwendet werden.

Oder anders ausgedrückt: Die Augen von Hunden sind rund 24% weiter voneinander entfernt als die von Menschen. Ihr Blickwinkel ist daher geweitet.

  • 2) Seitliche Augenstellung

Während die Augen von Menschen frontal nach vorne schauen, sind die Augen von Hunden leicht zur Seite ausgerichtet. Und das hat Vor- als auch Nachteile.

Der Vorteil davon ist, dass Hunde nachts deutlich besser ihre Umwelt wahrnehmen können. Dafür sehen sie Dinge, die sich frontal befinden, etwas schlechter.

Oder in Fachsprache ausgedrückt: Das periphere Sehen (seitlich) von Hunden ist besser, dafür ist bei Menschen das foveale Sehen (frontal) überlegen.

Jetzt weißt du auch, warum du Leckerlis nie von vorne, sondern leicht seitlich zuwerfen solltest. Ansonsten landet es häufig auf dem, anstatt im Maul.   

Sichtwinkel von Hunden und Menschen im Vergleich
Bild darf unter diesen Richtlinien verwendet werden.

In Zahlen ausgedrückt: Die meisten Rassen haben einen Blickwinkel von 240-250°. Windhunde sind hier mit bis zu 270° die Rekordhalter. [13]

Der Blickwinkel von Menschen ist dagegen auf 190° begrenzt. Wirklich scharf sehen wir allerdings nur in einem Winkel von rund 120°. Unser scharfer Blickwinkel ist also nur halb so groß. [14]

Hunde können in der Nacht sowie am Tag ihre Umgebung deutlich besser sehen. Ihre Augen sind nicht nur weiter voneinander entfernt, sondern auch leicht zur Seite gedreht. Ihr Blickwinkel ist daher rund 42% größer als der von Menschen

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Kevin

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.