Welpe bellt mich an | 12 Ursachen [2021]


Wenn dich dein Welpe anbellt, dann geht das meist darauf zurück, dass er Aufmerksamkeit möchte, nach draußen muss, dich warnen will oder Langeweile hat. Unter Umständen kann es aber auch auf ungewollte Trainingsfehler, Angst oder gar Schmerzen hinweisen.

In 9 von 10 Fällen bedeutet das Anbellen, dass dein Vierbeiner etwas von dir möchte. Um das Gebell zu stoppen hat sich daher die folgende Vorgehensweise bewährt:

  • 1) Verstehe die Ursache
  • 2) Behebe den Auslöser
  • 3) Genieße die Ruhe

Ein “Hilfe, mein Welpe bellt mich ständig an!”, deutet daher in fast allen Fällen darauf zurück, dass der Besitzer die Kommunikation des Hundes noch nicht vollends versteht.

Aus diesem Grund lernst du im Folgenden über die 12 häufigsten Auslöser und wie du diese beheben kannst.

#1 Möchte Aufmerksamkeit

Welpen unterscheiden sich in den ersten Wochen und Monaten nicht allzu sehr von Kleinkindern. Nur anstatt nach Aufmerksamkeit zu schreien, bellen sie stattdessen.

Aufgrund der Zähmung gehört Aufmerksamkeit mittlerweile sogar zu den Grundbedürfnissen eines jeden Hundes. In der Wildnis bekommen sie diese von ihrem Rudel.

Im häuslichen Leben bist du dafür verantwortlich. Ansonsten kann es zu Depressionen und Verhaltensstörungen kommen. Futter und Wasser alleine sind also nicht genug. [1]

Die Lösung ist hier folglich dem Welpen regelmäßig mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dazu zählt Streicheln, Gassigehen, Füttern, das Sprechen sowie auch bereits Blickkontakt.

Welpe bellt

#2 Freut sich

Hunde brauchen genauso wie Menschen ebenfalls eine Routine. Bei unserem Hund “Alex” ist es beispielsweise so, dass er kurz vor dem Gassigehen bereits sichtlich unruhig wird.

Warten wir auch nur wenige Minuten zu lange, dann fängt er zu bellen an oder springt gar an uns hoch. Diese Art von Gebell ist eine starke Vorfreude und meiner Meinung nach total süß.

Sollte dich dein Welpe daher plötzlich anbellen, dann kann das auch nur ein Ausdruck des Glücksgefühls und der Zufriedenheit sein. Erkennen kannst du das an einer wedelnden Rute.

Häufig springen junge Vierbeiner dabei auch wild in der Gegend herum oder verlieren vor Freude etwas Pipi. Die Lösung ist hier Ruhe zu bewahren und den Hund nicht aufzudrehen.

#3 Muss raus

Wusstest du, dass ein durchschnittlicher Mensch über 40.000 Wörter kennt? Hunde haben dagegen nur 5 primäre Laute: Bellen, Jaulen, Fiepen, Heulen und Winseln.

Menschen können sich daher deutlich präziser ausdrücken als Hunde. Das erklärt auch, warum das gleiche Gebell teilweise eine komplett konträre Bedeutung haben kann.

Bei Welpen ist die Blase in Abhängigkeit der Rasse kaum größer als eine kleine Pflaume. Über einen längeren Zeitraum als 3 Stunden den Urin einzuhalten ist daher schwer.

Nach wenigen Trainingswochen verstehen die meisten Vierbeiner bereits, dass das Pinkeln drinnen tabu ist. Aus diesem Grund machen sie dich häufig darauf mit bellen aufmerksam.

#4 Hört was

Wusstest du, dass Hunde alleine am Ohr über ganze 18 Muskeln verfügen, um diese frontal zur Schallquelle auszurichten? Zudem ist ihre Ohrmuschel teilweise bis zu 5-fach größer.

Diese zwei Faktoren erklären, warum die Vierbeiner durchschnittlich 4-mal weiter in die Ferne hören können als Menschen. Sie können zudem auch Ultraschallfrequenzen hören. [2]

Sollte dich dein Welpe also anbellen, dann kann das auf ein für dich unhörbares Geräusch zurückgehen. Wie du das interpretieren solltest, ist primär von der Rasse abhängig.

Wachhunde bellen primär aufgrund ihres Territorialverhaltens und weil sie dich warnen möchten. Jagdhunde und Schäferhunde dagegen oft wegen ihrem Jagd- und Hütetrieb.

#5 Hat Sehnsüchte

Neben fehlender Aufmerksamkeit können auch Hunger, Durst sowie der Sexualtrieb die Ursache für das Gebell sein. Lass uns diese Punkte gemeinsam durchgehen.

Bei Hunger liegt es meist daran, dass das Futter vergessen wurde oder die Futtermenge schlicht nicht ausreichend ist. Bei einem starken Durstgefühl ist das ähnlich.

Beim Fressen haben wir tolle Erfahrungen mit diesem automatischen Futterspender gemacht. Damit bekommt dein Vierbeiner mehrfach täglich kleinere Portionen an Futter.

Der Sexualtrieb ist bei Welpen in aller Regel noch sehr gering. Erst mit dem Eintritt der Geschlechtsreife wird die Produktion der Sexualhormone stark angekurbelt.

Welpe bellt

#6 Warnt dich

Deutschland ist eines der wenigen Länder, in denen Hunde primär als Familienmitglied gehalten werden. In den meisten anderen Regionen ist das anders.

Einige Rassen werden beispielsweise auch noch heute speziell gezüchtet, damit sie das Grundstück bewachen und vor potenziellen Gefahren warnen.

Das ständige Hundegebell ist hier meist ein Zeichen dafür, dass dich dein Vierbeiner beschützen möchte. Dieser Instinkt ist leider nur schwer abzutrainieren.

“Hilfe, mein Welpe bellt mich an”, hört man daher vor allem bei Besitzern, welche die Rasse nach dem Aussehen und weniger nach den Charaktereigenschaften ausgesucht haben.

#7 Wurde falsch trainiert

Beim Training von Welpen gilt stets die gleiche Grundregel: Sie wiederholen jenes Verhalten, dass du belohnst und vermeiden die Dinge, die du bestrafst.

Zu ungewollten Trainingsfehlern kommt es in aller Regel dadurch, dass diese Regel aus Versehen missachtet wird. In der Praxis passiert das leider schneller als man denkt. [3]

Denn wenn dein Welpe dich beispielsweise anbellt und du ihm anschließend vermehrt Aufmerksamkeit oder gar Leckerlis gibst, dann wird er das Verhalten auch stets wiederholen.

Hier kann ich dir die online Hundeschule von Johanna Esser empfehlen. Dort wird nicht nur ungewolltes Gebell intensiv behandelt, sondern du sparst auch noch jede Menge Geld.

#8 Hat Langeweile

Langeweile kann sich bei Hunden sehr unterschiedlich äußern. In der Abwesenheit ihres Herrchens fangen sie meist damit an, Dinge zu zerstören.

Das erkennst du daran, dass du heimkommst und plötzlich ein zerfetzter Schuh im Gang liegt oder gar das eigene Körbchen dran glauben musste.

In Anwesenheit ihres Besitzers äußern Welpen dagegen ihre Langeweile eher verbal. Sollte dich dein Vierbeiner daher anbellen, dann mangelt es ihm womöglich nur an Beschäftigung.

Jede Menge Spielzeuge oder gar ein Spielpartner sind hier bestens geeignet. Auch eine solche Ballwurfmaschine fürs Haus ist eine tolle und super effektive Methode.

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#9 Riecht was

Bei Menschen sind die Augen die primären Sinnesorgane, mit denen wir den Großteil unserer Umgebung wahrnehmen. Bei Hunden ist es ihre Nase – also ihr Geruchssinn.

Bereit für ein paar unglaubliche Statistiken? Je nach Rasse haben Hunde bis zu 60 Mal mehr Geruchsrezeptoren und riechen damit bis zu 100.000 Mal besser als wir. [4]

Spürhunde sollen bei guten Bedingungen sogar bis zu 20 Kilometer in die Ferne riechen können. Unvorstellbar. Ich weiß. Aber das erklärt so einiges. [5]

Gebell kann bei Welpen daher auch nur bedeuten, dass sie in der Ferne einen Geruch wahrgenommen haben. Eventuell eine Katze? Oder gar ein Marder?

Welpe bellt

#10 Hat Angst

Sollte dich dein Welpe anbellen und gleichzeitig die Rute einziehen, dann weist das meist auf starken Stress oder Angst hin. Insbesondere sensible Rassen sind davon betroffen.

Zudem wirkt auf junge Hunde alles neu, aufregend und ungewohnt. Das erklärt auch, warum die erste Silvesternacht vermutlich der schlimmste Tag im Leben eines Vierbeiners ist.

Vor allem, wenn dich dein Welpe nachts anbellt, kann das auf Angst zurückgehen. Genauer gesagt ist das meist eine Form der Trennungsangst, die durch Einsamkeit ausgelöst wird.

In diesem Fall ist es ratsam, das Körbchen in der Nähe des Schlafzimmers zu positionieren. Sollte dein Vierbeiner tagsüber Angst bekommen, dann gilt es den Trigger herauszufinden.

#11 Hat überschüssige Energie

In jungen Jahren gleichen Hunde einem Energiebündel mit Fell. Die konkrete Rasse ist dabei nebensächlich. Bei Schäfer- und Jagdhunden ist es aber häufig noch verstärkt.

Das Problem? Wenn die Vierbeiner ihre Energie nicht körperlich herauslassen können, dann werden sie unruhig oder sogar verbal. Dieses Phänomen ist längst bekannt. [6]

Nicht umsonst gibt es die Redewendung, dass ein ausgelasteter Hund auch ein ruhiger Hund ist. Und dennoch kann das beim Leben in der Stadt etwas schwierig werden.

Hier solltest du darauf achten, dass deine Wohnung für deinen Welpen groß genug ist. Idealerweise wäre natürlich ein großer Garten oder unmittelbare Nähe zu einem Park.

#12 Hat Schmerzen

Ein “Hilfe, mein Welpe bellt mich an” kann bei Welpen in seltenen Fällen auch schlicht ein Hilferuf sein. Wirklich typisch ist es allerdings nicht.

Denn um Schmerzen zu kommunizieren, benutzen die Vierbeiner meist ein Jaulen und Winseln. Sollte aber dein Hund alles anbellen, dann kann das auf Schmerzen zurückgehen.

Typischerweise werden Welpen hier sehr berührungsempfindlich oder reagieren bei Körperkontakt sogar aggressiv. Das kann Hinweise auf die entsprechende Stelle geben.

Bei Verdacht rate ich hier den Tierarzt aufzusuchen. Denn Hunde sind bekannt dafür, bestehende Schmerzen stets zu unterdrücken. Stilles Leiden kommt daher sehr oft vor. [7]

Hilfreiche Tools

Einige Hundebesitzer greifen bei Dauergebell sofort zu einem Elektroschock-Halsband. Das ist meiner Meinung nach nicht nur Tierquälerei, sondern komplett unnötig.

Denn es gibt bereits tolle Produkte am Markt, die deinem Hund auf sanfte Methode das Bellen abtrainieren können:

  • Anti-Bell Gerät: Sendet per Knopfdruck Ultraschallfrequenzen aus, die beim Hund sofortige Neugier und Interesse triggern.
  • Hunde-Klicker: Gibt per Knopfdruck ein Klick-Geräusch von sich, wodurch Welpen abgelenkt werden und zu dir schauen.

Darüber hinaus kann ich dir unser kostenloses E-Book gegen Dauergebell empfehlen. Dort erhältst du konkrete Tipps für die Praxis.

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Kevin

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.

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