Geschwollene Nieren beim Hund | 5 Ursachen [2021]


Wenn die Nieren des Hundes geschwollen sind, dann liegt das meist an einer Nierenentzündung oder Vergiftungen. In seltenen Fällen geht es aber auch auf Nierensteine, eine Harnwegsobstruktion oder gar den lebensgefährlichen Nierenkrebs zurück.

Auffällig ist hier, dass selbst bei akutem Nierenversagen die Symptome erst dann eintreten, wenn sie bereits ⅔ ihrer Funktion verloren haben. Zu den Aufgaben der Nieren gehören:

  • Regulierung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts
  • Entgiftung des Körpers
  • Regelung des Säure-Basen-Gleichgewichts
  • Produktion gewisser Hormone
  • Regulierung des Blutdrucks [1]

Sollten die Nieren angeschwollen sein, dann verlieren sie auch häufig einen Teil dieser Funktionen. Im Folgenden lernst du über die 5 häufigsten Ursachen.

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#1 Nierenentzündung

Wenn sich die Nieren entzünden, dann sprechen Mediziner auch von einer oberen Harnwegsinfektion. Zu den häufigsten Auslösern gehören hier:

  • Bakterien
  • Nierensteine
  • Parasiten
  • Anderweitige Erkrankungen [2]

In den meisten Fällen stecken jedoch Bakterien dahinter. Da der Körper hier mit der Bekämpfung der Entzündung beschäftigt ist, lässt auch die Funktion der Nieren nach.

Hund

Zu erkennen sind solche Entzündungen meist daran, dass der Urin des Hundes stinkt, eine andere Farbe bekommt und der Vierbeiner Fieber hat. Weitere typische Symptome sind:

  • Blut im Urin
  • Geschwollene Nieren
  • Starker Durst
  • Probleme beim Pinkeln
  • Antriebslosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Häufiger Harndrang
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen [3]

Zur Diagnose wird hierzu beim Tierarzt primär das Blut sowie der Urin untersucht. Je nach vermuteter Ursache können aber auch noch weitere Tests zum Einsatz kommen.

Da solche Entzündungen zumeist durch Bakterien ausgelöst werden, kommt zur Behandlung überwiegend Antibiotika zum Einsatz. Der Tierarzt kann dir hierfür Empfehlungen geben.

Wenn sich die Nieren von Hunden entzündet, dann schwellen sie auch häufig an. Typischerweise kommt es bei solchen Infektionen auch zu Problemen beim Urinieren, einem starken Uringeruch sowie einem starken Durst. Viele Vierbeiner bekommen zudem Fieber.

#2 Harnwegsobstruktion

Wenn der Harnfluss zwischen den Nieren und der Harnröhre behindert wird, dann sprechen Mediziner von einer “Harnwegsobstruktion”. Typische Ursachen davon sind:

  • Erkrankungen der Prostata
  • Starke Entzündungen
  • Blasen- und Nierensteine
  • Tumorerkrankung
  • Vernarbung durch Verletzungen 
  • Geschwüre [4]

Je nach Ursachen und Ausprägung können die Symptome hier stark variieren. Zumeist geht es aber auf Blasen- und Nierensteine zurück, wodurch die Nieren zunehmend anschwellen.

Typisch ist hier, dass Hunde zwar pinkeln wollen, aber dann entweder nichts oder nur sehr wenig Urin herauskommt. Weitere klassische Anzeichen sind:

  • Blut im Urin
  • Schmerzen beim Pinkeln
  • Appetitlosigkeit
  • Hund beginnt zu fiepen
  • Depressives Verhalten
  • Hund muss ständig raus
  • Dunkle Urinfarbe [5]

Zur Diagnose wird hier meist der Bauchraum abgetastet, eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, wenn möglich etwas Urin entnommen und eine Blutprobe im Labor untersucht. 

Sollte es tatsächlich auf Blasen- und Nierensteine zurückgehen, dann versucht der Tierarzt diese meist herauszuspülen. Gelingt das nicht, dann kann auch eine OP notwendig sein. [6]

Bei einer Harnwegsobstruktion kann der Urin des Hundes aus den Nieren nicht über die Harnröhre ausgeschieden werden. Infolgedessen sammelt sich der Urin im Innern an und es kommt zu einer Schwellung der Nieren. Probleme beim Urinieren sind hier das häufigste Symptom.

#3 Vergiftungen

Lass dir von den Medien nichts einreden. Ausgelegte Giftköder sind nur sehr selten die Ursache für Vergiftungen. In aller Regel geht es auf die Unwissenheit der Besitzer zurück.

Denn vielen Erstbesitzern ist beispielsweise nicht bekannt, dass selbst gewöhnliche Lebensmittel bei Hunden toxisch wirken können. Dazu gehören:

  • Kakaoprodukte wie Schokolade
  • Einzelne Nussarten wie Macadamianüsse
  • Lauchgemüse wie Zwiebeln und Knoblauch
  • Traubenprodukte wie Rosinen und Wein [7]

Aber auch toxische Pflanzen, Reinigungsmittel und sonstige Chemikalien können die Auslöser sein. Die Symptome davon können auch erst Tage später eintreten.

Hund

Da die Nieren des Hundes für den Abbau der Giftstoffe verantwortlich sind, leiden sie darunter am meisten und schwellen oft an. Zu den häufigsten Symptomen gehören hier:

  • Hund übergibt sich
  • Plötzliche Krämpfe
  • Appetitlosigkeit
  • Hund sabbert viel
  • Ständiger Durchfall
  • Schaum am Mund
  • Hund zittert [8]

Je nach Menge der verschluckten Gifte kann es sich um einen tierärztlichen Notfall handeln. Hier solltest du bei Verdacht daher umgehend aktiv werden.

Wenn sich Hunde Vergiftungen zuziehen, dann bekommen das die Nieren am stärksten ab. Das erklärt, warum Toxine auch dazu führen können, dass die Nieren anschwellen oder gar versagen. Typischerweise übergeben sich betroffene Vierbeiner hier auch sehr häufig.

#4 Nierensteine

Nierensteine sind kleine Kristalle, die sich aus Substanzen des Urins in der Niere bilden. Sehr kleine Nierensteine sind in der Regel harmlos und kein Grund zur Sorge.

Ab einer gewissen Größe können sie jedoch Probleme verursachen. Hündinnen sollen davon häufiger betroffen sein. Zudem haben folgende Rassen ein erhöhtes Risiko:

  • Zwergschnauzer
  • Lhasa Apso
  • Yorkshire Terrier
  • Bichon Frisé
  • Shih-Tzu [9]

Nierensteine können zudem auf zwei verschiedene Arten zu einer geschwollenen Niere führen. Einerseits kann es die Nieren reizen und dadurch eine Infektion verursachen.

Andererseits können die Steine auch in die Harnwege gelangen und diese verstopfen. Dann ist von einer “Harnwegsobstruktion” die Rede. Typische Symptome davon sind:

  • Blut im Urin
  • Bauchschmerzen
  • Häufiges Urinieren
  • Ständiges Lecken der Genitalien
  • Gewichtsverlust
  • Ständige Harnwegsinfektionen
  • Hund verweigert Futter
  • Häufiges Erbrechen [10]

Je nach Art und Größe kommen hier verschiedene Therapieansätze infrage. Die Möglichkeiten beginnen bei Medikamenten und enden in einem operativen Eingriff.

Wenn sich bei Hunden Nierensteine bilden, dann können diese ab einer gewissen Größe die Nieren anschwellen lassen. Zu erkennen ist es typischerweise daran, dass Hunde häufig urinieren müssen, ständig ihre Genitalien ablecken oder sich gar Blut im Urin befindet.

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#5 Nierenkrebs

Nierenkrebs kann sich entweder direkt in der Niere bilden oder von einer anderen Körperstelle gestreut haben. Ältere Hunde sind davon häufiger betroffen.

Leider ist bei fast keiner Krebsart die genaue Ursache bekannt. Nierenkrebs gilt zwar bei Hunden als relativ selten, folgende Rassen haben jedoch ein erhöhtes Risiko:

  • Deutscher Schäferhund
  • Labrador Retriever
  • Malamute
  • Springer Spaniel
  • Zwergpudel
  • Golden Retriever
  • Cocker Spaniel [11]
Hund

Zu den ersten Symptomen gehört hier, dass Hunde ungewöhnlich stark Durst bekommen und einen ständigen Harndrang haben. Weitere typische Anzeichen davon sind:

  • Appetitlosigkeit
  • Ungewöhnliches Verhalten
  • Geschwollene Nieren
  • Hund nimmt ab
  • Antriebsloses Verhalten
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwächegefühl [12]

Die Behandlung richtet sich hier nach der Größe und dem Stadium des Tumors. In den meisten Fällen wird versucht, den Tumor operativ zu entfernen.

Hat der Krebs bereits gestreut, dann wird meist eine Chemotherapie durchgeführt. Je früher der Tumor diagnostiziert wird, desto besser stehen grundsätzlich die Überlebenschancen.

Wenn sich in den Nieren des Hundes ein Tumor bildet, dann kommt es im zunehmenden Verlauf zu sichtbaren Symptomen. Unter anderem bekommen betroffene Vierbeiner Probleme beim Urinieren, haben geschwollene Nieren und müssen sich ständig übergeben.

Seltenere Ursachen
  • Nierengerinnsel
  • Nierenabszess
  • Hohes Alter
  • Hydronephrose
  • Nierenlymphom
  • Zyste im Harntrakt [13]

Kevin

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.

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