Hund schnauft komisch | 4 Ursachen [2021]


Wenn Hunde komisch schnaufen, dann kann das auf bestehende Erkrankungen oder Verletzungen der Atemwege hinweisen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Atmung ungewöhnlich schnell, laut, schwerfällig oder gar unregelmäßig ist.

Je nach Ursache kommt es hier auch meist noch zu weiteren krankhaften Symptome, anhand dessen die Auslöser eingeschränkt werden können.

Im Folgenden lernst du über die häufigsten potenziellen Ursachen für das eigenartige Schnaufen sowie wie du sie erkennen kannst.

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#1 Schnelles Schnaufen

Sollte dein Hund schnell atmen, dann kann das auf folgende Erkrankungen zurückgehen:

  • Herzschwäche

Wenn die Pumpe des Blutsystems nicht voll funktionsfähig ist, dann kommt auch folglich weniger sauerstoffreiches Blut in den Organen und Muskeln an.

Typische Symptome davon sind ein starkes Hecheln, chronische Atemprobleme sowie eine schnelle Erschöpfung. Insbesondere alte Vierbeiner sind davon betroffen. [1]

  • Fieber

Die gewöhnliche Körpertemperatur von Hunden beträgt zwischen 38 und 39 °C. Kämpft das Immunsystem jedoch gegen Viren oder Entzündungen an, dann kann es zu Fieber kommen.

Zu erkennen ist es meist daran, dass der Hund schnell schnauft, plötzlich hustet oder gar zu zittern beginnt. Zudem sind auch meist die Ohren heiß und die Nase trocken.

  • Angst und Stress

Stressige Situationen führen dazu, dass im Körper des Hundes Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet werden. Dadurch nimmt auch die Herzfrequenz zu.

Betroffene Vierbeiner ziehen dabei meist die Rute ein, nehmen eine gebückte Körperhaltung ein oder verstecken sich. Auch ein ständiges Gähnen und Ablecken der Lippen sind häufig.

Hund
  • Blutarmut

Im Blut befinden sich rote und weiße Blutkörperchen. Die roten Teilchen sind unter anderem auch dafür verantwortlich, den Sauerstoff von der Lunge zu den Organen zu transportieren.

Bei einer Blutarmut sind davon jedoch zu wenige vorhanden. Erkennen kannst du es meist daran, dass der Hund schnell erschöpft, viel schläft und komisch schnauft. 

  • Hypokalzämie

Wenn der Gehalt an Calcium im Blut zu niedrig ist, dann sprechen Mediziner auch von einer Hypokalzämie. Am ehesten ist es daran zu erkennen, dass der Hund zittert.

Unter anderem kann es sich aber auch in exzessivem Hecheln, unruhigem Verhalten und plötzlichen Anfällen äußern. Betroffene Hunde reiben auch häufig ihr Gesicht. [2]

  • Alter & Größe

Kleine Rassen im jungen Alter schnaufen in der Regel deutlich schneller als große Rassen im hohen Alter. Zwischen 15 und 30 Atemzüge pro Minute sind hier die Norm.

In den Wachstumsphasen können junge Vierbeiner aber auch deutlich schneller schnaufen. Das ist hier meist ein Hinweis, dass der Körper gerade auf Hochtouren arbeitet.

  • Hitzeschlag

Hunde tun sich mit der Regulierung der Körpertemperatur im Sommer deutlich schwieriger als Menschen. Das liegt primär daran, dass ihr Fell die eigene Hitze stark isoliert.

Zudem haben die Vierbeiner auch deutlich weniger Schweißdrüsen als wir. Bei einem Hitzeschlag nimmt sowohl die Herzfrequenz als auch die Atemfrequenz stark zu.

Wenn Hunde schnell schnaufen, dann kann das auf eine Herzschwäche, Blutarmut oder einen Hitzeschlag hinweisen. Unter Umständen gehen die Beschwerden auch auf Angst, Stress, eine Hypokalzämie, das Alter oder gar die Größe des Hundes zurück.

#2 Lautes Schnaufen

Sollte dein Hund laut atmen, dann stecken in der Regel die folgenden Ursachen dahinter:

  • Bronchitis

Wenn Bakterien oder Viren die unteren Atemwege befallen, dann sprechen Mediziner auch von einer Bronchitis. Häufig wird es auch durch Allergien ausgelöst.

Zu erkennen ist es primär daran, dass der Hund stark hustet, plötzlich röchelt und einen erhöhten Puls hat. Aber auch allgemeine Antriebslosigkeit kann darauf hinweisen.

  • Kehlkopflähmung

Sollten die Nerven am Kehlkopf ihre Funktion verlieren, dann kann es zu einer Lähmung kommen. Die Folgen davon sind meist beim Atmen, Trinken und Fressen zu sehen.

Einerseits ist es daran erkennbar, dass sich betroffene Hunde oft verschlucken. Andererseits schnauft der Vierbeiner auch komisch und das Zahnfleisch färbt sich zunehmend blau.

  • Schilddrüsenüberfunktion

Wenn die Schilddrüse zu viele Schilddrüsenhormone produziert, dann läuft der gesamte Organismus konstant auf Hochtouren. Und das hat Konsequenzen.

Typische Symptome sind hier, dass betroffene Hunde plötzlich Gewicht verlieren, chronischen Durchfall bekommen und ständig hyperaktiv werden. [3]

  • Luftröhrenkollaps

Bei Rassen mit einem flachen Gesicht kommt es zuchtbedingt häufiger dazu, dass die Luftröhre zunehmend zusammenfällt. Glücklicherweise tritt das eher schleichend ein.

Zu erkennen ist es meist daran, dass der Hund röchelt, häufiger würgt und auch laut schnauft. Bei körperlicher Betätigung kommt es auch schnell zu Atemnot.

Hund
  • Rhinitis

Wenn Viren, Pilze oder Bakterien die Nasenschleimhaut befallen, dann kann es zu einer Entzündung kommen. Die Folge? Der gesamte Nasenkanal verengt sich.

Neben Atemproblemen kommt es hier auch meist zu einem eigenartigen Ausfluss aus der Nase. Zudem niesen und schnarchen betroffene Hunde übermäßig stark.

  • Zwingerhusten

Eine Infektion der oberen Atemwege wird von Ärzten als Zwingerhusten bezeichnet. Umgangssprachlich ist es aber auch unter “Hundegrippe” bekannt.

Zu erkennen ist es meist daran, dass der Hund sehr lethargisch wirkt, Fieber bekommt und komisch schnauft. Auch eine laufende Nase und ständiges Husten sind häufig. [4]

  • Allergien

Sollte dein Hund genetisch bedingt mit Allergien zu kämpfen haben, dann kommt es beim Kontakt mit den entsprechenden Allergien meist zu einer allergischen Reaktion.

Typisch ist hier, dass sich der Hund stark kratzt, plötzlich hustet oder gar erbricht. Zudem kann es auch zu Atemproblemen, glasigen Augen und einer laufenden Nase kommen.

Wenn Hunde laut schnaufen, dann kann das auf eine Bronchitis, Kehlkopflähmung oder Allergien hinweisen. In Einzelfällen sind dafür auch eine Schilddrüsenüberfunktion, ein Luftröhrenkollaps oder gar eine Infektion der oberen Atemwege dafür verantwortlich.

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#3 Schweres Schnaufen

Sollte dein Hund schwer atmen, dann kann das an den nachfolgenden Erkrankungen liegen:

  • Wasser in der Lunge

Verschiedene Verletzungen und Erkrankungen können zur Folge haben, dass sich in der Lunge des Hundes Wasser ansammelt. Die Funktionsfähigkeit wird dadurch eingeschränkt.

Erkennen kannst du es meist daran, dass der Vierbeiner plötzlich hustet, schwach wirkt und beim Atmen komische Geräusche macht. Auch eine bläuliche Zunge kommt öfters vor.

  • Vergiftungen

Wenn Hunde aus Versehen toxische Pflanzen, Lebensmittel oder gar Chemikalien verschlucken, dann kann es zu schweren Vergiftungen kommen.

Typisch ist hier, dass sich der Vierbeiner plötzlich übergibt, zu zittern beginnt und komisch schnauft. In schwerwiegenden Fällen kann es unbehandelt auch zu Anfällen kommen. [5]

  • Asthma

Hunde mit Asthma reagieren sehr sensitiv auf bestimmte Reizstoffe. Das Einatmen von Pollen, Parfüm oder Rauch kann hier bereits zu anfallsartiger Atemnot führen.

Auch starkes Husten, exzessives Hecheln und ein blasses Zahnfleisch gehören zu den häufigsten Anzeichen. Eine Heilung gibt es hierfür bislang noch nicht.

  • Brachycephales Syndrom

Sollte dein Hund mit geschlossenem Maul schnell atmen, dann kann das auf verengte Nasenkanäle hinweisen. Vor allem Hunde mit einem flachen Gesicht leiden darunter.

Dieses komische Schnaufen ist zuchtbedingt und tritt primär bei körperlicher Aktivität oder starker Hitze ein. In schweren Fällen kann hier eine operative Korrektur helfen.

Hund
  • Verengte Atemwege

Die Gier und Neugier junger Hunde führt häufiger dazu, dass sie unverdauliche Dinge verschlucken. Vor allem Tennis- und Golfbälle sind hier die Klassiker.

Aber auch Insektenstiche oder Tumore können die Atemwege einengen, sodass es zu Atemproblemen kommt. Betroffene Hunde schnaufen hier meist schwer oder würgen gar.

  • Schweres Übergewicht

Jedes extra Gramm an Fett drückt auf den Halsraum und kann dazu führen, dass die Luftröhre zunehmend enger wird. Vor allem brachycephale Hunde sind hiervon betroffen.

Zu erkennen ist es meist daran, dass der Hund schwer schnauft, plötzlich röchelt und schnell aus der Puste ist. Hier kann bereits eine Ernährungsumstellung helfen. [6]

  • Lungenentzündung

Da die Lunge als eine Art Luftpumpe fungiert, haben Entzündungen auch direkten Einfluss auf dessen Funktionsfähigkeit. Meist geht das auf Viren und Bakterien zurück.

Betroffene Hunde bekommen oft Fieber, wirken antriebslos und husten ständig. Zudem ist auffällig, dass sie ungewöhnlich schnell ermüden und die Nase läuft.

Wenn Hunde schwer schnaufen, dann kann das ein Hinweis auf Vergiftungen, Asthma oder gar Wasser in der Lunge sein. Unter Umständen geht es auch auf verengte Atemwege, schweres Übergewicht oder gar eine Entzündung der Lunge zurück.

#4 Unregelmäßiges Schnaufen

Eine unregelmäßige Atmung hat häufig die folgenden Auslöser:

  • Cushing-Syndrom

Bei gesunden Hunden werden nur in stressigen Situationen Stresshormone ausgeschüttet. Bei Hunden mit dem Cushing-Syndrom wird das jedoch zum Dauerzustand.

Das häufigste Anzeichen ist hier, dass betroffene Vierbeiner plötzlich sehr viel trinken und fressen. Aber auch wiederkehrende Entzündungen und Haarausfall sind typisch.

  • Traum

Sollte dein Hund im Schlaf schnell atmen, dann geht das meist auf sehr lebendige Träume zurück. Vor allem bei jungen Vierbeinern ist das häufiger der Fall.

Typisch ist hier, dass Hunde im Schlaf zu zucken oder gar zu bellen beginnen. Auch ein unregelmäßiges Schnaufen mit längeren Atempausen kann vorkommen.

  • Medikamente

Einige Lebensmittel haben als Nebenwirkung, dass sie entweder die Lunge, das Herz oder gar das Blut beeinflussen können. Insbesondere letzteres ist häufig.

Zumeist macht es sich dadurch bemerkbar, dass der Hund überdurchschnittlich viel schläft, mehr oder weniger Appetit bekommt und sich auch das Trinkverhalten ändert. [7]

Hund
  • Schlafapnoe

Bei übergewichtigen Hunden oder jenen Rassen mit einer kurzen Schnauze kommt es statistisch am häufigsten zu Atemaussetzern im Schlaf.

Lautes und regelmäßiges Schnarchen gilt hier als eines der stärksten Indikatoren. Unter anderem ist es aber auch daran erkennbar, dass Hunde nachts komisch schnaufen.

  • Zeckenbiss

Zecken gehören zu den häufigsten externen Parasiten von Hunden. Ohne ein entsprechendes Mittel können Hunde im Sommer problemlos bis zu 50 Zecken bekommen.

Zu erkennen ist es meist daran, dass der Hund komisch atmet, die Stelle geschwollen ist und in der Mitte eine Rötung auftritt. Auch Müdigkeit und Appetitlosigkeit sind häufig.

  • Lungenkrebs

Unter allen Krebsarten ist ein Lungentumor glücklicherweise relativ selten. Dennoch ist dieser Krebs dafür bekannt, dass er sich sehr schnell verbreitet.

Nur bei rund ⅔ aller Hunde kommt es hier zu Symptomen. Atemprobleme wie ein schnelles, unregelmäßiges oder gar schweres Schnaufen gehören hier zu den ersten Anzeichen. [8]

Wenn Hunde unregelmäßig schnaufen, dann kann das auf Hormonstörungen, Träume oder Nebenwirkungen von Medikamenten zurückgehen. Teilweise können die Beschwerden aber auch auf Zeckenbisse, eine Schlafapnoe oder gar eine Krebserkrankung hinweisen.

Kevin

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.

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