Hund schmatzt nachts | 17 Ursachen & Lösung [2021]


Wenn Hunde nachts die ganze Zeit schmatzen, dann kann das auf Ängste, Übelkeit oder Zahnprobleme hinweisen. In Einzelfällen sind dafür auch Essensreste im Mund, Vergiftungen, Demenz, fehlende Aufmerksamkeit oder gar Entzündungen verantwortlich.

Leider stehen Hunden nicht die gleichen Kommunikationsmittel zur Verfügung wie uns. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass du als Besitzer deinen Vierbeiner verstehst.

Schmatzen ist einer der Fälle, in dem das Ausschlussverfahren super geeignet ist. Daher rate ich die folgenden 17 Ursachen durchzulesen und eine mentale Strichliste zu führen.

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#1 Übelkeit

Hunde stammen ursprünglich von Wölfen ab, die primäre Fleischfresser sind. Erst durch die Domestizierung wurden Hunde dann zunehmend zum Allesfresser.

Das erklärt, warum ihr gesamtes Verdauungssystem im Vergleich zu unserem deutlich primitiver und empfindsamer ist. Selbst Kleinigkeiten können hier zu Problemen führen.

Zudem kommt, dass Hunde häufiger Gras fressen. Übelkeit ist daher ein häufiges Problem, das sich unter anderem durch ein nächtliches Schmatzen bemerkbar machen kann.

Zu erkennen ist es auch meist daran, dass dein Hund ständig seine Lippen ableckt, Essen verweigert, einen antriebslosen Eindruck macht oder gar erbricht. [1]

#2 Angst

Neben lauten Geräuschen haben Hunde auch insbesondere in der Nacht häufiger Angst. Vor allem junge und zutrauliche Vierbeiner sind davon betroffen. Typische Symptome sind hier:

  • Leichtes Zittern
  • Eingezogene Rute
  • Nach hinten gelegte Ohren
  • Schmatzen und Ablecken der Lippen
  • Vermeidung von Augenkontakt
  • Häufiges Gähnen [2]

Hier gilt es auf Ursachenforschung zu gehen und den Trigger der Angst zu identifizieren. Anschließend gilt es diesen zu entfernen oder den Hund daran zu gewöhnen.

#3 Hungergefühl

Wenn Babys Hunger haben, dann fangen sie meist zu schreien an. Hunde melden sich dagegen meist erst dann lautstark, wenn sie fast am Verhungern sind.

Das Gleiche gilt im Übrigen auch für Durst. Umso aufmerksamer solltest du daher auf die Körpersprache deines Hundes zu achten.

Wenn Hunde nachts Hunger haben, dann ist das häufig an einem grummelnden Magen, ständigem Schmatzen oder einem starren Blick auf den Napf zu erkennen. [3]

Hund

#4 Mundtrockenheit

Wenn Hunde nicht genügend Speichel produzieren und der Mundraum zu trocken wird, dann sprechen Mediziner auch von einer “Xerostomie”. Typische Ursachen dafür sind:

  • Medikamente
  • Dehydrierung
  • Immunerkrankungen
  • Krebsbehandlung
  • Nervenschäden [4]

Das nächtliche Schmatzen ist dabei nur der Versuch die Speichelproduktion anzuregen, um den Mund feucht zu halten. Auch starker Mundgeruch ist hier üblich.

#5 Probleme mit den Zähnen

Wenn es zu Entzündungen oder sonstigen Problemen an den Zähnen oder dem Zahnfleisch kommt, dann produziert der Hund automatisch mehr Speichel. Typische Auslöser sind hier:

  • Absplitterungen von Zähnen
  • Entzündung des Zahnfleischs
  • Fehlstellungen der Zähne
  • Starker Zahnstein
  • Infektion des Zahnbettes [5]

In den meisten Fällen kannst du solche Probleme an Verfärbungen, Schwellungen oder Blutungen erkennen. Zahnprobleme zeigen sich aber auch am Verhalten.

Ständiges Kopfschütteln, einseitiges Kauen oder das Verweigern von Futter können darauf hinweisen. Das Schmatzen in der Nacht dient nur dazu, den Speichel im Mund zu behalten.

#6 Essensreste im Mund

Das Gebiss von Hunden unterscheidet sich grundlegend von unserem. Ihre Zähne sind beispielsweise deutlich weiter auseinander als unsere.

Und dennoch kommt es hin und wieder vor, dass sich Essensreste zwischen den Backenzähnen verfangen. Im Gegensatz zu uns haben Hunde aber keine Zahnseide.

Was tun sie also? Sie versuchen mit der Zunge die Essensreste zu entfernen. Weil sie dabei auch häufiger den Mund öffnen, kommt es auch meist zu einem Schmatzen. [6]

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#7 Alzheimer

Im hohen Alter sollen zwischen ⅓ und ⅔ aller Hunde mit Demenz zu kämpfen haben. Die Gedächtnisleistung nimmt dadurch immer mehr ab, sodass sie vieles vergessen. 

Das führt in der Praxis häufig dazu, dass sie Gewohnheiten des Alltags ständig wiederholen. Darunter fällt neben der täglichen Fellpflege auch teilweise die Mundpflege.

Dabei streichen sie die Zungen entlang der Oberseite im Mund und entfernen gleichzeitig bestehende Essensreste. In ja, selbst in der Nacht fangen sie dabei oft zu schmatzen an.

Alzheimer lässt sich auch häufig daran erkennen, dass der Hund Wände anstarrt, orientierungslos wirkt, nachtaktiv ist und allgemein ängstlicher wird. [7]

#8 Sialocele

Wenn sich im Mund des Hundes ein kleiner Hohlraum bildet, dann sprechen Mediziner auch von einer “Sialocele”. In den meisten Fällen füllt es sich mit Speichel.

Verletzungen durch Unfälle und Bisse in den Hals sowie Entzündungen gehören hier zu den häufigsten Auslösern. Typische Anzeichen davon sind:

  • Schwellung im Mundraum
  • Leichtes Fieber
  • Schwere Atmung
  • Weiche Erhöhung an der Schnauze
  • Probleme beim Schlucken
  • Blut im Speichel [8]

Hier dient das nächtliche Schmatzen nur dem Verteilen des Speichels im Mund. Denn ansonsten läuft ein Großteil in den Hohlraum und der Mund trocknet aus.

#9 Vergiftungen

Viele Erstbesitzer vergiften ihre Hunde aus Versehen selbst, indem sie ihre Essensreste an sie füttern. Denn eine ganze Reihe an Lebensmitteln sind für Hunde toxisch. Dazu gehören:

  • Schokolade und Kakao
  • Avocados und Hefe
  • Macadamianüsse und Walnüsse
  • Knoblauch und Zwiebeln
  • Rosinen und Trauben
  • Hopfen und Alkohol [9]

Wenn Hunde diese Lebensmittel essen, dann bilden sich ganz automatisch größere Mengen an Speichel, um die Giftstoffe zu bekämpfen. Und ja, Sabbern ist hier sehr häufig.

Zudem lassen sich Vergiftungen oft daran erkennen, dass der Hund häufiger den Kopf schüttelt, tagsüber sowie nachts schmatzt und das Zahnfleisch knallrot wird.

#10 Splitter im Mund

Vor allem junge und aktive Hunde haben häufig einen starken Drang an Dingen zu nagen. Insbesondere Holzstücke und Knochen sind hier sehr beliebt.

Je nach Holz- und Knochenart können sich hier jedoch auch Splitter lösen, die dann zwischen den Zähnen oder im Zahnfleisch stecken bleiben.

Weil Hunde keine Finger oder Pinzette zur Verfügung haben, versuchen sie folglich mit der Zunge den Splitter zu entfernen. Eine sehr schwierige Aufgabe.

Währenddessen kommt es auch häufiger zu einem Schmatzen. Bei starken Schmerzen liegen betroffene auch häufig nachts wach und “arbeiten” am Splitter. [10]

#11 Mangelnde Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit und Beschäftigung gehört zu den Grundbedürfnissen eines jeden Hundes. Bleibt diese aus, dann macht sich Unzufriedenheit und Frust breit.

In jungen Jahren versuchen Hunde häufig die verschiedensten Methoden aus, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Und genau hier schleicht sich häufig ein Trainingsfehler ein.

Denn wenn der Hund beispielsweise nach dem Schmatzen plötzlich mehr Aufmerksamkeit bekommt, dann wird er dieses Verhalten natürlich auch in Zukunft wiederholen.

Sollte dein Vierbeiner daher am Abend oder in der Nacht zu schmatzen beginnen, dann kann das einem “ich fühle mich allein und hätte gerne Aufmerksamkeit” gleichen. [11]

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#12 Entzündung der Mundschleimhaut

Wenn sich Bakterien, Viren oder Pilze an der Mundschleimhaut ansammeln und vermehren, dann kann sich diese entzünden. Tierärzte sprechen hier von einer “Stomatitis”.

In den Anfangsstufen ist das leider kaum optisch zu erkennen. Im fortgeschrittenen Stadium rötet sich jedoch meist das Zahnfleisch und es kommt zur Eiterbildung.

Auch das Verhalten ändert sich hier. Betroffene Hunde haben häufig so starke Schmerzen, dass sie Essen verweigern, nachts schmatzen und sich von Menschen zurückziehen. [12]

#13 Starke Geschmäcker

Hunde sind im Vergleich zu Menschen deutlich empfindlicher für sehr saures, bitteres, salziges, süßes oder scharfes Essen. Denn in ihrer natürlichen Ernährung ist das selten.

Bekommen die Vierbeiner jedoch die Essensreste von Menschen, dann können sich diese Geschmäcker für eine Zeit auf der Zunge festsetzen.

Das Schmatzen ist hier nur der Versuch, die die Geschmacksrezeptoren freizumachen. Das sollte allerdings nicht länger als 10-20 Minuten in Anspruch nehmen. [13]

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#14 Flüssigkeitsmangel

Wenn dein Vierbeiner zu wenig Wasser trinkt, dann wird nicht nur die Nase, sondern auch das Zahnfleisch zunehmend trockener. Typische Anzeichen einer Dehydrierung sind:

  • Dickflüssiger Speichel
  • Appetitlosigkeit
  • Tief sitzende Augen
  • Starkes Hecheln
  • Gleichgewichtsprobleme
  • Energielosigkeit [14]

Das nächtliche Schmatzen dient hier nur dem Befeuchten des Zahnfleischs. Sollte das häufiger vorkommen, dann rate ich einen solchen Trinkbrunnen zu besorgen.

#15 Nierenerkrankung

Das Problematische an Nierenerkrankungen ist die Tatsache, dass es meist er dann zu Symptomen kommt, wenn bereits ⅔ der Nieren nicht mehr funktionieren. [15]

Ganz zu Beginn ist es häufig daran zu erkennen, dass der Urin dunkler wird und eigenartig riecht. Zudem müssen betroffene Hunde auch sehr oft Pipi und haben ständig Durst.

Im späteren Stadium fangen Hunde hier auch tagsüber und nachts zu schmatzen an. Ausgelöst wird es häufig dadurch, dass die Nieren durch Gifte überlastet werden.

#16 Zufriedenheit

Was bei uns Menschen mit “keine Manieren” bezeichnet wird, kann bei Hunden ein Ausdruck des Glücks sein. Weitere klassische Anzeichen dafür sind:

  • Relaxte Körperhaltung
  • Leises Aufstöhnen
  • Hund brummt
  • Nächtliches Schmatzen
  • Entspannte Ohren
  • Wedelnde Rute [16]

Am häufigsten tritt diese Art von Schmatzen nach dem Fressen oder nach einer Menge Zuneigung auf. Hier darfst du dir selbst auf die Schulter klopfen. Tolle Arbeit!

#17 Akrale Leckdermatitis

Wenn sich Hunde ungewöhnlich häufig und stark an einer Stelle des Körpers lecken, dann sprechen Ärzte auch von einer “akralen Leckdermatitis”.

Die genaue Ursache davon ist noch unklar. Golden Retriever, Deutsche Doggen, Dobermann Pinscher und Labrador Retriever sollen aber am häufigsten davon betroffen sein.

Unter anderem machen betroffene Hunde hier auch oft ein Schmatzgeräusch, das unter Umständen auch nachts auftreten kann. Weitere Symptome sind:

  • Offene Wunden am Bein
  • Punktueller Haarverlust
  • Starke Rötungen
  • Verkrustete Wunden [17]

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Kevin

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.