Verkrustete Hundenase | 7 Ursachen & Lösung [2021]


Wenn Hunde eine trockene und verkrustete Nasen haben, dann liegt das meist am Wetter oder dem Alter. In Einzelfällen können aber auch Allergien, Autoimmunerkrankungen, eine Dehydrierung, Staupe, eine Naseninfektion oder sonstige Erkrankungen dafür verantwortlich sein.

Im Folgenden findest du eine Liste der häufigsten harmlosen Ursachen:

  • Wetter: Bei heißem Wetter und einer geringen Luftfeuchtigkeit wird die Nase überdurchschnittlich schnell trocken und krustig.
  • Alter: Aus bislang ungeklärten Gründen vernachlässigen ältere Hunde zunehmend ihre Körperpflege und damit auch das Befeuchten der Nase.
  • Nasenblockade: Wenn sich Gras oder sonstige Gegenstände im Nasenkanal verfangen, dann gelangt der feuchte Nasenschleim nicht mehr nach vorne. [1]
  • Verbrennungen: Sollte sich der Hund an Feuer oder einem heißen Metall die Nase verbrannt haben, dann löst sich das abgestorbene Gewebe schrittweise ab.
  • Nährstoffmangel: Bekommt der Vierbeiner zu wenig Vitamin A, Zink oder Eiweiß, dann kann das sowohl die Haut als auch die Nase austrocknen. 
  • Liegeort: Wenn sich das Hundekörbchen in der Nähe eines Heizkörpers oder eines Ofens befindet, dann wirkt sich die trockene Luft auch auf die Nasenfeuchtigkeit aus.
  • Schlafenszeit: Während dem Schlaf befeuchten Hunde ihre Nase nur relativ selten. Das ist vollkommen normal und kein Grund zur Sorge. [2]
  • Medikamente: Einige Medikamente haben als Nebeneffekt, dass sie die Produktion von Talg, Nasenschleim und Speichel reduzieren.
  • Sonnenbrand: Durch zu viel Kontakt mit der Sonne kann die oberste Schicht der Nase verbrennen. Die Kruste dient hier zur Häutung des toten Gewebes.
  • Brachycephale Hunde: Rassen mit einem flachen Gesicht haben zuchtbedingt häufig mit einer verkrusteten Nase zu kämpfen. [3]

Die folgenden Rassen sind Statistiken zufolge am häufigsten davon betroffen:

  • Mops
  • Französische Bulldogge
  • Zwergspitz
  • Deutscher Boxer
  • Pekingese
  • Englische Bulldogge

Unser Tipp an der Stelle: Spare dir das Geld für ein teures Hundebalsam und schmiere einfach etwas Kokosnussöl auf die Nase. Das müsste hier vollkommen ausreichen.

Sollte es keine Besserung bringen und neben der Verkrustung noch weitere krankhafte Symptome eintreten, dann können dafür auch die folgenden 7 Ursachen dahinterstecken.

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#1 Allergien

Zwischen 10 und 20 % aller Hunde sollen Studien zufolge mit Allergien zu kämpfen haben. Beim Kontakt mit Allergenen kommt es hier zu einer allergischen Reaktion.

Bei Hunden ist hier die Allergie gegen Flöhe am häufigsten vertreten. Genauer gesagt gegen den Speichel der Flöhe. Weitere typische Allergene sind:

  • Schimmelsporen
  • Tierhaare und Schuppen
  • Federn
  • Seifen und Reinigungsmittel 
  • Zigarettenrauch
  • Gräser und Pollen [4]
Hund

Bei leichten Allergien kommt es meist zu einer Kontaktdermatitis. Das bedeutet, dass die Beschwerden nur dort auftreten, wo direkter Kontakt mit dem Allergen stattfand.

Wühlt dein allergischer Hund beispielsweise mit der Schnauze in Gräsern herum, dann kann auch nur die Nase betroffen sein. Klassische Symptome sind hier:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Krusten auf der Nase
  • Starke Rötungen
  • Hund atmet schwer
  • Häufiges Niesen
  • Trockene Haut
  • Plötzliche Schwellungen [5]

In seltenen Fällen werden Allergien auch durch Lebensmittel verursacht. Sojaprodukte, Getreide, Milchprodukte und bestimmte Fleischsorten sind dabei die häufigsten Auslöser.

Hier gilt es einen Allergietest durchzuführen und anschließend die Allergene vorzubeugen. Bei sehr starken allergischen Reaktionen können auch Antihistaminika helfen. [6]

Wenn Hunde auf das eigene Futter oder auf sonstige Allergene des Alltags allergisch reagieren, dann kann sich das unter anderem in einer verkrusteten Nase zeigen. In den meisten Fällen kommt es hier aber auch noch zu weiteren krankhaften Symptomen.

#2 Hyperkeratose 

Sollte dein Hund zu viel Kreatin produzieren und deshalb überdurchschnittlich viel Hornhaut bilden, dann sprechen Mediziner auch von einer “Hyperkeratose”.

Grundsätzlich ist Hornhaut gut, da es beispielsweise die Pfoten vor spitzigen Gegenständen schützt. Zu viel davon kann aber auch negativ sein. Häufige Ursachen sind hier:

  • Genetik
  • Autoimmunerkrankungen
  • Infektionen
  • Hohes Alter
  • Parasiten [7]

Zum Problem wird es dann, wenn die Haut rissig wird und ständig aufreißt. Neben einer krustigen Nase kommt es zudem meist noch zu weiteren Beschwerden:

  • Plötzliches Bluten der Pfoten
  • Antriebslosigkeit
  • Chronisch trockene Nase
  • Ständiges Lecken der Pfoten
  • Berührungsempfindliche Nase
  • Hund vermeidet Sprünge [8]

Statistiken zufolge sollen insbesondere Labrador Retriever, Bedlington Terrier, Golden Retriever sowie alle brachycephale Hunderassen darunter leiden.

Damit sind Hunde mit einer kurzen Schnauze gemeint. Eine Hyperkeratose lässt sich zwar nur selten heilen, dafür können die Beschwerden gut behandelt werden. [9]

Hunde mit einer Hyperkeratose bilden sowohl an den Pfoten als auch an der Nase übermäßig viel Hornhaut. Unter anderem führt es dazu, dass sich rissige Krusten auf der Nase bilden, die beim Kontakt auch aufreißen und bluten können. Eine Heilung gibt es hier bislang keine.

#3 Autoimmunerkrankungen

In Abhängigkeit der Rasse ist eine Hundenase bis zu 100.000 Mal besser als unsere. Bei bestehenden Autoimmunerkrankungen leidet aber auch meist der Geruchssinn. [10

Hier verursacht der Körper selbst beziehungsweise ein fehlgesteuertes Immunsystem die Probleme. Vor allem die folgenden 2 Erkrankungen können sich auf die Nase auswirken:

  • Pemphigus

Die Ursache dieser seltenen Hauterkrankung ist in den meisten Fällen unklar. Zu erkennen ist es meist daran, dass sich der Hund ständig kratzt und schuppige Haut bekommt. [11]

Unter anderem wird auch oft die Oberseite der Schnauze kahl und die Nase verkrustet. Zur Behandlung werden meist Medikamente eingesetzt, die das Immunsystem unterdrücken.

Hund
  • Diskoider Lupus Erythematodes (DLE)

Diese Autoimmunerkrankung ist dafür bekannt, dass sie sich primär auf die Nase des Vierbeiners auswirkt. Seltener sind auch die Ohren oder Genitalien betroffen.

Zuallererst verliert hier meist die Nase ihre dunkle Farbe. Anschließend kommt es zu Rötungen und Verkrustungen. Sonneneinstrahlung verschlimmert die Symptome oft.

Auch hier kommen zur Behandlung primär Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems zum Einsatz. Bei Verdacht solltest du den Tierarzt aufsuchen. [12]

Die Autoimmunerkrankungen “Pemphigus” und “Diskoider Lupus Erythematodes” sind dafür bekannt, dass sie zu einer verkrusteten Hundenase führen können. Häufig verliert die Nase hier auch ihre typische schwarze Farbe. Diese Erkrankungen sind allerdings relativ selten.

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#4 Naseninfektion

Wenn sich Bakterien, Pilze, Parasiten oder Allergene in der Nase festsetzen, dann kann sich diese entzünden. Grundsätzlich werden hier 2 verschiedene Arten unterschieden:

  • Rhinitis = Entzündung der Nasenschleimhaut
  • Sinusitis = Entzündung der Nasennebenhöhle

Australian Shepherds, Greyhounds, Border Collies und Shetland Sheepdogs sollen davon am häufigsten betroffen sein. Typische Symptome sind hier:

  • Appetitlosigkeit
  • Starker Mundgeruch
  • Häufiges Niesen
  • Hund atmet laut
  • Trockene und verkrustete Nase
  • Hund reibt ständig an der Schnauze
  • Ruhelosigkeit [13]

Sollten die Beschwerden dauerhaft auftreten, dann sind dafür meist Allergien verantwortlich. Hier kann ein Allergietest helfen, um allergische Reaktionen vorzubeugen.

Bei Bakterien, Parasiten und Pilzen kommen meist Antibiotika zum Einsatz. Zur Diagnose und Behandlung solltest du hier den Tierarzt aufsuchen. [14]

Wenn sich die Nasenschleimhaut oder die Nasennebenhöhlen entzünden, dann trocknet auch meist die Nase des Hundes aus. Zu erkennen ist es primär an rissigen Krusten, ständigem Niesen, einer ungewöhnlichen Atmung und einem starken Juckreiz an der Nase.

#5 Zink-reaktive Dermatose

Zink ist ein essenzielles Spurenelement, das vor allem beim Zellwachstum, dem Immunsystem und der Wundheilung eine zentrale Rolle spielt.

Bei einem chronischen Zinkmangel kann es bei Hunden auch zu einer Hauterkrankung namens “Zink-reaktive Dermatose” kommen. Hier werden 2 Arten unterschieden:

  • Syndrom I

Vor allem Siberian Huskys, Alaskan Malamutes und Bullterrier sind davon betroffen. Hier ist die Ursache genetisch begründet, sodass vom Darm zu wenig Zink aufgenommen wird.

Zu erkennen ist es meist daran, dass die Haut an den Ohren, um die Augen und an der Nase rot, trocken und schuppig wird. Auch Haarausfall und Krusten sind hier häufig. [15]

Hund
  • Syndrom II

Hier liegt die Ursache in der Ernährung. Da der Zinkbedarf von jungen Hunden erhöht ist, sind davon primär heranwachsende Vierbeiner betroffen. Die Symptome sind sehr ähnlich.

Unter anderem kommt es hier auch zu einem reduzierten Appetit, rissiger Haut, exzessiver Hornhaut an den Pfoten und starken Verkrustungen. [16]

Meist liegt es daran, dass die Nahrung zu reich an Calcium ist, wodurch die Aufnahme von Zink reduziert wird. Zur Behandlung kommen hier Zinksupplemente zum Einsatz.

Hunde mit einem chronischen Zinkmangel bekommen häufig Probleme mit der Haut. Unter anderem kommt es hier auch zu einer trockenen und verkrusteten Nase. Bei einem schweren Zinkmangel fallen teilweise sogar die Haare aus. Zinkpräparate können hier helfen.

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#6 Dehydrierung

Bei einem Flüssigkeitsmangel produziert der Hund automatisch weniger Speichel und Nasenschleim. Eine geringe Trinkmenge ist aber nur eine von vielen möglichen Auslösern:

  • Häufiges Erbrechen
  • Diabetes
  • Ständiger Durchfall
  • Nierenprobleme
  • Verschmutztes Trinkwasser
  • Medikamente [17]

Am einfachsten ist das an einem dunkelfarbigen und streng riechenden Urin zu erkennen. Aber auch eine trockene und rissige Haut ist hier häufig. Weitere Symptome sind:

  • Appetitlosigkeit
  • Eingesunkene Augen
  • Trockenes Zahnfleisch
  • Plötzliches Taumeln
  • Krustige Nase
  • Nachlassende Hautelastizität
  • Energielosigkeit [18]

Sollte dein Hund zu den Trinkfaulen gehören, dann empfehle ich einen solchen Trinkbrunnen. Damit trinken Vierbeiner ganz automatisch mehr.

Alternativ können auch gewisse Geschmäcker im Wasser die Trinkmenge fördern. Bei Verdacht auf Erkrankungen ist der Tierarzt der richtige Ansprechpartner.

Eine Dehydrierung kann bei Hunden dazu führen, dass sowohl das Zahnfleisch als auch die Nase austrocknet. Unter anderem bilden sich dadurch auch häufiger Risse und Krusten auf der Nasenspitze. Hier gilt es Maßnahmen einzuleiten, damit der Hund seine Trinkmenge erhöht.

#7 Staupe

Staupe ist eine Viruserkrankung, die mittlerweile zu den Pflichtimpfungen in Deutschland gehört. Und dennoch sind hin und wieder Hunde davon betroffen.

Das liegt primär daran, dass sie sich vor der Erstimpfung bereits angesteckt haben oder Streuner aus dem Ausland importiert und verkauft wurden. Typische Symptome sind hier:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Energielosigkeit
  • Häufiges Niesen
  • Ständiges Husten
  • Laufende Nase
  • Durchfall
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit [19]
Hund

Im späteren Verlauf wirkt sich diese Viruserkrankung auch auf die Haut und die Nase des Vierbeiners aus. Rötungen, Verkrustungen und Schuppen sind hier häufig.

Übertragen wird es meist durch Speichel, Blut oder Urin von infizierten Hunden. Leider gibt es hierfür bislang noch keine Heilung. Nur rund 20-50 % überleben den Virus. [20]

Je früher die Therapie hier anfängt, desto besser stehen die Chancen. Hat der Virus jedoch erst einmal das Nervensystem angefallen, dann sieht es schlecht aus.

Wenn sich ungeimpfte Hunde mit Staupe anstecken, dann wirkt sich das auf den gesamten Körper aus. Eine verkrustete Nase gehört hier jedoch eher zu den späteren Symptomen. Zuvor macht es sich meist durch ständiges Erbrechen und Durchfall bemerkbar.

Sehr seltene Ursachen
  • Räude: Diese ansteckende Hauterkrankung führt zu einem starken Juckreiz und Krusten. Allerdings treten die Symptome meist am ganzen Körper auf.
  • Calcinosis Cutis: Hier kommt es zu einer Ablagerung von Calciumsalzen auf der Haut, die unter anderem auch die Nase austrocknen können.
  • Blockierte Tränenwege: Wenn zu viel Augenflüssigkeit produziert wird, dann fließt diese normalerweise zur Nase. Bei einem blockierten Kanal bleibt diese Feuchte aus.
  • Leishmaniose: Diese ansteckende Infektionskrankheit wird durch Sandmücken ausgelöst, die primär in Südeuropa und Südamerika zu finden sind. [21]
  • Parvovirus: Im späteren Verlauf führt diese Infektionskrankheit auch zum sporadischen Austrocknen der Nase. Auch starke Krusten sind hier möglich.
  • Nasale Parakeratose: Diese genetische Hauterkrankung tritt ausschließlich bei Labrador Retriever und Greyhounds auf. Krusten auf der Nase sind hier üblich.
  • Entwicklungsfehler: Bei einigen Hunden ist die Zunge so kurz, dass sie kaum die Nasenspitze erreichen. Hier sollte regelmäßig Balsam aufgetragen werden. [22]
  • Ichthyose: Eine genetische Hauterkrankung, die ausschließlich bei Golden Retriever auftritt. Hier ist nicht nur die Nase, sondern auch der Körper mit Krusten übersät.
  • Nasenkrebs: Wenn ein Tumor den Nasenkanal verengt oder gar blockiert, dann kommt die Feuchtigkeit nicht mehr zur Nasenspitze.
  • Dermatomyositis: Dieser genetische Defekt tritt primär bei Collies, Australian Shepherds und Shelties auf. Die Symptome sind dabei primär im Gesicht erkennbar.
  • Nierenversagen: Wenn die Nieren versagen, dann wirkt sich das auf den gesamten Organismus auf. Eine verkrustete Nase gehört hier zu den Späterscheinungen. [23]

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Kevin

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.