Hund hat Knubbel unter der Haut | 9 Ursachen [2021]


Wenn Hunde plötzlich einen Knubbel unter der Haut haben, dann handelt es sich häufig um einen Grützbeutel, ein Abszess oder ein Lipom. Teilweise können auch die Nesselsucht und verschiedene Tumore dahinterstecken, die umgehend behandelt werden sollten.

Für Laien sind diese Knoten meist kaum voneinander zu unterscheiden. Aus diesem Grund empfehle ich, zur Vorsicht bei solchen Beschwerden immer einen Tierarzt zurate zu ziehen.

Im Folgenden lernst du über die 9 häufigsten Ursachen und wie du sie erkennen kannst. Zudem erfährst du, welche Rassen hiervon primär betroffen sind.

Du machst dir Sorgen oder bist dir unsicher? Dann klicke hier, um den Live-Chat mit einem Tierarzt zu starten.

#1 Grützbeutel

Bei einem Grützbeutel handelt es sich um eine Zyste, die aufgrund einer verstopften Talgdrüse entsteht. Mediziner sprechen hier auch von einem “Atherom”.

Dieser Knubbel unter der Haut kann teilweise so groß wie ein Hühnerei werden. Es handelt sich dabei lediglich um eine Ansammlung von Talg, abgestorbenen Hautzellen und Fett.

Von außen ist die verstopfte Talgdrüse meist durch einen schwarzen Punkt erkennbar. Weitere klassische Symptome davon sind:

  • Tritt meist an stark behaarten Stellen auf
  • Keine Berührungsempfindlichkeit, da schmerzfrei
  • Größe zwischen einer Erbse und einem Hühnerei
  • Langsames Vergrößern über Tage und Wochen
  • Prall, elastisch und lässt sich verschieben [1]
Hund

So gefährlich und angsteinflößend dieser Knoten auch aussehen mag, in aller Regel ist er harmlos. Zum Problem wird es nur dann, wenn es sich aufgrund von Bakterien entzündet.

Ab einer gewissen Größe kann der Grützbeutel auch die Bewegungen des Hundes einschränken. In einem solchen Fall wird es zumeist vom Tierarzt operativ entfernt. [2]

Wenn sich bei Hunden aufgrund einer verstopften Talgdrüse ein Grützbeutel bildet, dann ist das meist an einem Knubbel unter der Haut erkennbar. Dieser Knoten ist in aller Regel schmerzfrei, relativ elastisch, wächst langsam und tritt meist an sehr behaarten Stellen auf.

#2 Abszess

Wenn sich Eiter in abgekapselter Form im Gewebe ansammelt, dann sprechen Ärzte auch von einem “Abszess”. Umgangssprachlich ist es auch als “Eitergeschwür” bekannt.

In den meisten Fällen wird es durch eine bakterielle Infektion ausgelöst. Das gilt vor allem nach Bisswunden anderer Tiere, wodurch Schädlinge eindringen konnten.

Auffällig ist hier, dass sich der Knubbel unter der Haut sehr schnell entwickelt und Schmerzen bereitet. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:

  • Rötung um die Stelle
  • Leichtes Fieber
  • Hund leckt die Stelle ständig ab
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Leichtes Bluten um die Stelle
  • Appetitlosigkeit [3]

Zur Behandlung wird der Knoten meist vom Tierarzt ausgedrückt und gereinigt oder operativ entfernt. Zudem wird die Wunde gereinigt und Antibiotika verschrieben.

Je nach Ursache und Ausprägung können auch weitere Maßnahmen erforderlich sein. Langfristige Konsequenzen hat ein solches Eitergeschwür aber nicht. [4]

Wenn es bei Hunden zu einer bakteriellen Infektion kommt und sich Eiter unter der Haut ansammelt, dann ist das meist als rötlicher Knubbel erkennbar. Solche Abszesse sind in der Regel zwar harmlos, aber schmerzhaft. Betroffene Hunde bekommen zudem oft Fieber.

#3 Lipom

Wenn es im Fettgewebe zu einer gutartigen Hautwucherung kommt, dann sprechen Mediziner von einem “Lipom”. Es handelt sich dabei um eine der häufigsten Tumorarten.

Grundsätzlich kann dieser Fettgeschwulst überall auftreten. Die Ursache davon ist noch unklar. Auffällig ist jedoch, dass sich der Tumor gut verschieben lässt und weich ist.

Unter Umständen kann es sich jedoch auch hart anfühlen, falls es sich unter einem Muskel ausbreitet. Weitere typische Symptome davon sind:

  • Teilweise mehrere Knubbel unter der Haut
  • Keine Schmerzen oder Berührungsempfindlichkeit
  • Keine Rötung oder Schwellung [5]
Hund

Hündinnen und übergewichtige Hunde sind hiervon am häufigsten betroffen. Auch Labrador Retriever, Weimaraner und Dobermänner sollen ein erhöhtes Risiko haben.

Die einzige effektive Behandlung ist hier, den Knoten operativ zu entfernen. Je kleiner er ist, desto leichter lässt er sich entfernen. Hier solltest du ärztliche Hilfe beanspruchen. [6]

Eine gutartige Wucherung des Fettgewebes kann sich bei Hunden als Knubbel unter der Haut bekanntlich machen. Typischerweise sind Lipome relativ weich, schmerzfrei und treten vermehrt bei übergewichtigen Hündinnen auf. Teilweise kommt es sogar zu mehreren davon.

#4 Mastzelltumor

Die Mastzellen sind die körpereigenen Zellen, die zur Abwehr von Krankheitserregern und Allergenen helfen. Wenn sich dort ein Tumor bildet, dann ist dieser meist bösartig. [7]

Leider gehört der Mastzelltumor bei Hunden auch zu den häufigsten Tumorerkrankungen der Haut. Die Ursache davon ist noch unklar. Folgende Rassen sind jedoch vermehrt betroffen:

  • Deutscher Boxer
  • Berner Sennenhund
  • Boston Terrier
  • Labrador Retriever
  • Bullterrier
  • Beagle
  • Schnauzer [8]

In aller Regel zeigt sich ein Mastzelltumor als rundlicher Knubbel unter der Haut und hat einen Durchmesser zwischen 1-3 cm. Weitere typische Anzeichen sind:

  • Leichte Rötung
  • Verändernde Größe
  • Haarverlust an der Stelle
  • Umliegende Schwellung [9]

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausprägungsgrad. Zumeist wird der Tumor per OP entfernt. Nach dem Streuen kann auch eine Chemo- und Strahlentherapie erfolgen.

Hunde mit einem Mastzelltumor bekommen meist einen rötlichen Knubbel unter der Haut, der zwischen 1-3 cm groß ist. Auffällig ist hier, dass der Knoten rundlich ist und in der Größte variieren kann. Je früher dieser diagnostiziert wird, desto besser die Heilungschancen.

#5 Histiozytom

Histiozyten sind Zellen, die für die Immunabwehr verantwortlich sind. Wenn sich diese jedoch abnormal vermehren, dann sprechen Mediziner auch von einem “Histiozytom”.

Es handelt sich dabei um einen gutartigen Tumor der Haut. Die Ursache davon ist zwar noch unklar, junge Hunde und die folgenden Rassen sollen jedoch vermehrt betroffen sein:

  • Bullterrier
  • Deutscher Boxer
  • Boston Terrier
  • American Pit Bull Terrier
  • Labrador Retriever
  • Shar-Pei [10]
Hund

In den meisten Fällen ist ein Histiozytom an einem roten Knubbel unter oder auf der Haut erkennbar. Weitere typische Symptome sind:

  • Haarloser Knoten
  • Unter 2,5 cm Durchmesser
  • Knallrote Blase
  • Meist am Kopf oder den Ohren
  • Plötzliches erscheinen [11]

Typischerweise bildet sich dieser Tumor innerhalb von 2-3 Monaten von selbst zurück. Eine operative Entfernung ist nur dann nötig, wenn das ausbleibt oder er zu groß wird.

Wenn sich bei Hunden ein Histiozytom bildet, dann ist das meist an einem rötlichen und haarlosen Knubbel unter der Haut erkennbar. Auffällig ist zudem, dass es sich relativ schnell entwickelt und sich auch meist innerhalb weniger Wochen von selbst wieder zurückbildet. 

#6 Fibrosarkom

Ein Fibrosarkom ist ein bösartiger Tumor, welcher aus Zellen des Bindegewebes besteht. In den meisten Fällen entwickelt er sich an den Beinen oder dem Rumpf des Hundes.

Teilweise kommt er auch in der Nasenhöhle und dem Mund vor. Die zugrundeliegende Ursache ist hier noch unbekannt. Folgende Rassen soll es jedoch gehäuft treffen:

  • Irischer Wolfshund
  • Golden Retriever
  • Dobermann
  • Epagneul Breton
  • Gordon Setter [12]

Aber auch sonstige große Rassen im gehoben Alter soll es hier häufiger treffen. Für ein geschultes Auge lässt es sich meist an den folgenden Merkmalen erkennen:

  • Fester Knoten
  • Knubbel unter der Haut
  • Langsames Wachstum
  • Kann sich öffnen und bluten
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen
  • Soziale Distanziertheit
  • Teilweise mehrere Knubbel
  • Appetitlosigkeit [13]

Zur Behandlung wird hier meist der Tumor per OP entfernt. Je nach Ort und Ausprägung gelingt das aber häufig nur bedingt. In solchen Fällen kann eine Strahlentherapie helfen.

Wenn sich bei großen Rassen im fortgeschrittenen Alter im Mund oder an den Beinen ein Knubbel unter der Haut bildet, dann handelt es sich oftmals um ein Fibrosarkom. Dieser bösartige Tumor wächst in aller Regel sehr langsam und beeinflusst auch das Verhalten des Hundes.

Tierarzt kontaktieren

#7 Schwarzer Hautkrebs

Der schwarze Hautkrebs gehört bei Hunden leider zu den häufigsten Hauterkrankungen. Unter Ärzten ist hier auch von einem “Melanom” die Rede.

Am häufigsten kommt dazu in der Mundhöhle oder an den Pfoten. Auch bei dieser Krebsart ist die Ursache nicht bekannt. Zu erkennen ist es meist an folgenden Symptomen:

  • Vereinzelt Schmerzen
  • Juckreiz möglich
  • Meist schwarz
  • Ständiges Abschlecken
  • Gewichtsverlust
  • Bildet sich plötzlich
  • Entzündung möglich [14]
Hund

Leider ist diese Tumorart sehr aggressiv und breitet sich schnell aus. Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass der Knoten unter der Haut schnell an Größe dazugewinnt.

Je früher der Tumor diagnostiziert wird, desto besser stehen die Behandlungs- und Heilungschancen. Hier solltest du bei Verdacht umgehend den Tierarzt aufsuchen. [15]

Schwarzer Hautkrebs führt bei Hunden je nach Ort und Ausprägung meist dazu, dass sich unter der Haut ein schwärzlicher Knubbel bildet. Unter Umständen kann er aber auch hautfarben sein. Auffällig ist zudem, dass er plötzlich da ist und teilweise auch juckt.

#8 Nesselsucht

Die Nesselsucht ist eine nicht-ansteckende Hauterkrankung, die zumeist durch eine allergische Reaktion ausgelöst wird. Weitere typische Ursachen sind:

  • Insektenstiche
  • Toxische Pflanzen
  • Impfungen
  • Chemikalien
  • Allergene im Futter
  • Insektizide [16]

Typischerweise kommt es hier nicht nur zu einem Knubbel unter der Haut, sondern zahlreichen Knoten in einem engen Abstand. Häufige Anzeichen davon sind:

Da hierfür meist Allergien verantwortlich sind, wird zur Behandlung vermehrt auf Antihistamine zurückgegriffen. Auch ein Allergietest ist hier zur Vorbeugung sinnvoll.

Diese Art von Knoten sind zwar lästig, aber in aller Regel kein Grund zur Sorge. Gefährlich können sie nur dann werden, wenn sie die Atmung des Hundes erschweren.

Wenn Hunde mehrere rundliche Knubbel unter der Haut bekommen, dann handelt es sich häufig um eine Nesselsucht. Ausgelöst wird es meist durch Allergene. Typisch ist zudem, dass es zu einem starken Juckreiz und teilweise zu Rötungen kommt.

#9 Plattenepithelkarzinom

Der Plattenepithelkarzinom ist ein bösartiger Tumor der Haut und der Schleimhäute. Grundsätzlich kann er überall auftreten. Folgende Rassen sind davon häufiger betroffen:

  • Labrador Retriever
  • Basset Hound
  • Pekingese
  • Deutscher Boxer
  • Norwegischer Elchhund
  • Golden Retriever
  • Pudel [18]

Zumeist sind ältere Hunde ab dem 6. Lebensjahr davon betroffen. Große Vierbeiner mit einem kurzen Fell, dunkler Haut, die viel in der Sonne sind, leiden häufiger darunter.

Hund

Zu Beginn sieht dieser Knubbel unter der Haut häufig aus wie eine Warze, wird aber dann zunehmend roter. Weitere typische Merkmale sind:

  • Entzündung möglich
  • Starke Rötung
  • Krustige Haut
  • Plötzliche Blutung
  • Starker Juckreiz
  • Teilweise Schmerzen [19]

In den meisten Fällen wird zur Therapie hier das operative Herausschneiden empfohlen. In aller Regel wird das auch sehr großzügig durchgeführt, um alle Reste vollends zu entfernen.

Hunde mit einem Plattenepithelkarzinom entwickeln zumeist einen rötlichen Knubbel unter der Haut, der auch teilweise schmerzhaft sein kann. Insbesondere große Hunderassen im fortgeschrittenen Alter sind davon betroffen. Hier gilt es ärztliche Hilfe aufzusuchen.

Seltenere Ursachen
  • Talgdrüsenadenom
  • Hämangiom
  • Chondrosarkom
  • Hautanhängsel
  • Granulom
  • Mammakarzinom
  • Osteosarkom [20]

Kevin

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.

Neueste Artikel