Hund hat kalte Pfoten | 9 Ursachen & Lösung [2021]


Wenn Hunde kalte Pfoten bekommen, dann geht das meist auf Angst, Stress oder Kälte zurück. Unter Umständen können dafür auch Durchblutungsstörungen, ein niedriger Blutdruck, Frostbeulen, eine Blutarmut oder gar Blutgerinnsel verantwortlich sein.

Sollte nur eine einzige Pfote und nicht alle kalt sein, dann sind dafür meist Blutgerinnsel, Herzprobleme, Verletzungen oder eine bestehende Frostbeule verantwortlich.

Zudem wird der Stoffwechsel im Alter zunehmend langsamer, sodass die Extremitäten immer schlechter durchblutet werden. Vor allem Hunde über 10 Jahren sind hiervon betroffen.

Grund zur Sorge ist es in der Regel nur dann, wenn es sich um einen Dauerzustand handelt und der Hund noch weitere krankhafte Symptome äußert. [1]

Im Folgenden lernst du über die 9 häufigsten Ursachen für kalte Pfoten, deren Symptome und was im konkreten Fall zu tun ist.

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#1 Kälte

Die meisten Hunde haben ein sehr dichtes und teilweise auch ein langes Fell, dass hervorragend Wärme isolieren kann. Die Pfoten haben das leider nicht.

Dein Hund läuft also im Winter buchstäblich barfuß im kalten Schnee. Was ihre Pfoten jedoch maßgeblich von unseren unterscheiden, ist die Durchblutung. 

Bei Menschen würde das Laufen auf Eis dazu führen, dass sich die Blutgefäße verengen, um so wenig Wärme wie möglich über die Pfoten zu verlieren. 

Bei Hunden ist das anders. Hier wird die Pfote durchgängig mit warmem Blut versorgt. Das wurde auch bereits in einer Studie an arktischen Rassen nachgewiesen. [2]

Und zwar blieb die Temperatur der Pfoten bei einer Außenumgebung von -35 °C trotz langem Aufenthalt bei -1 °C. Also immer noch kalt, aber deutlich wärmer als die Umgebung.

Hundepfote

Bei Katzen gibt es diesen Mechanismus nicht. Und auch nicht jede Rasse ist dafür gemacht, längere Zeit in der Kälte zu sein. Viele bekommen daher nach kurzer Zeit kalte Pfoten.

Selbst die Hunde beim längste Hundeschlittenrennen der Welt (“Iditarod”) werden mit Hundestiefeln ausgestattet. Neben der Kälte schützen die auch vor anderen Dingen:

  • Verletzungen: Es beugt Schnittverletzungen vor und schützt auch bereits verletzte Pfoten vor neuen Wunden.
  • Chemikalien: Das in Deutschland übliche Streusalz enthält giftige Substanzen wie Arsen, Blei und Quecksilber. [3]

Vor allem Streusalz kann zu Vergiftungen führen, wenn der Hund nach dem Gassigehen seine Pfoten leckt. Mit passenden Hundeschuhen ist das aber kein Problem.

Kalte Außentemperaturen sowie Eis und Schnee können dazu führen, dass Hunde kalte Pfoten bekommen. Ein kurzes Gassigehen im deutschen Winter ist für die meisten Rassen kein Problem. Bei einem längeren Aufenthalt können dagegen Winterschuhe sinnvoll sein.

#2 Schilddrüsenunterfunktion

In der Schilddrüse werden sogenannte Schilddrüsenhormone produziert. Diese spielen untere anderem auch eine Schlüsselrolle beim Stoffwechsel des Hundes.

Wenn diese kleine Drüse aber nicht genügend dieser Hormone produziert, dann wirkt sich das auf den ganzen Körper aus. Mediziner sprechen hier auch von einer “Hypothyreose”.

Am ehesten ist es daran zu erkennen, dass der Hund ständig müde ist, antriebslos wirkt und auch vermehrt Haare verliert. Weitere typische Anzeichen davon sind:

  • Sehr dünnes Haar
  • Energielosigkeit
  • Unerklärliche Gewichtszunahme
  • Kalte Pfoten
  • Ungewöhnlich niedriger Puls
  • Dunkle Pigmentflecken auf der Haut
  • Dicker werdende Haut [4]

Hunde mit einer Schilddrüsenunterfunktion frieren im Allgemeinen auch deutlich schneller. Ein kleiner Wind kann bereits ausreichen, dass der Hund zu zittern beginnt.

Die Ursache ist hier in den meisten Fällen unklar. Bei großen Hunderassen wie beispielsweise dem Golden Retriever und Dobermann tritt es jedoch am häufigsten auf.

In den meisten Fällen muss der Hund zur Behandlung bis zum Lebensende Medikamente einnehmen. Damit ist aber ein relativ normales Leben möglich. [5]

Wenn Hunde zu wenige Schilddrüsenhormone produzieren, dann bekommen sie auch zunehmend Probleme mit der Wärmeregulierung. Unter anderem kann es dabei zu kalten Ohren und Pfoten kommen. Zudem wirken betroffene Hunde meist ungewöhnlich träge.

#3 Niedriger Blutdruck

Der Blutdruck misst, wie stark der Druck in den Arterien durch das pumpende Herz ist. Sowohl ein zu hoher als auch ein zu niedriger Blutdruck sind suboptimal.

Bei einem Druck unter dem Normalwert sprechen Mediziner auch von einer “Hypotonie”. Ausgelöst wird es meist durch den Verlust größerer Blutmengen. Weitere Ursachen sind:

  • Allergien
  • Vergiftungen
  • Flüssigkeitsmangel
  • Probleme mit den Nieren
  • Leberprobleme
  • Blutarmut [6]
Hundepfote

Am schnellsten lässt es sich überprüfen, indem du die “Rekap-Zeit” misst. Drücke dafür mit dem Daumen gegen das Zahnfleisch des Hundes, sodass es blass wird.

Nachdem du den Druck entfernst, sollte das Zahnfleisch bei einem gesunden Blutdruck nach spätestens 2 Sekunden dann wieder rötlich werden. Weitere typische Symptome sind:

  • Müdigkeit
  • Kalte Pfoten
  • Blasses Zahnfleisch
  • Kalte Ohren
  • Ständiger Durst
  • Schwacher Puls
  • Hund wirkt verwirrt [7]

Der Blutdruck kann beim Arzt innerhalb weniger Minuten überprüft werden. Langfristig richtet sich dann die Behandlung nach der Ursache. Kurzfristig können auch Medikamente helfen.

Bei einem zu niedrigem Blutdruck können die Organe des Hundes nicht mehr ausreichend versorgt werden. Unter anderem führt es dazu, dass der gesamte Stoffwechsel verlangsamt, der Hund kalte Pfoten bekommt und ständig Durst hat. Auch ein blasses Zahnfleisch ist hier häufig.

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#4 Durchblutungsstörungen

Die Pfoten von Hunden werden primär durch die Durchblutung mit Blut warm gehalten. Bei bestehenden Durchblutungsstörungen ist diese Funktion aber beschränkt.

Da die Blutgefäße im Fußballen relativ dünn sind, gelten kalte Pfoten auch als eine Art Frühwarnsystem für Durchblutungsprobleme. Typische Ursachen davon sind:

  • Erkrankungen der Leber
  • Blutarmut
  • Herzerkrankungen
  • Innere Blutungen
  • Krebserkrankungen [8]

Neben kalten Pfoten und kalten Ohren kommt es auch fast immer noch zu weiteren sichtbaren Symptomen. Typische Beispiele sind hier:

  • Hund erschöpft schnell
  • Rötungen an den Pfoten
  • Bläuliches Zahnfleisch
  • Hund atmet schwerfällig
  • Ohnmacht
  • Plötzliches Zittern
  • Erhöhte Atemfrequenz [9]

Bei Verdachte rate ich hier sofort den Arzt zu konsultieren. Denn Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System gehören bei Hunden zu den häufigsten Todesursachen

Wenn aufgrund von Durchblutungsstörungen nicht genügend warmes Blut im Körper zirkuliert, dann lässt sich das sehr häufig an kalten Pfoten erkennen. Unter anderem verfärbt sich hier auch meist das Zahnfleisch und die Atmung wird zunehmend schneller.

#5 Angst & Stress

Hast du dich schon einmal gefragt, warum wir Leute fragen, ob sie “kalte Füße” bekommen? Es handelt sich dabei um eines der häufigsten Anzeichen für Stress und Angst.

Bei Hunden ist das nicht anders. Auch hier werden bei starken negativen Gefühlen Stresshormone ausgeschüttet, welche zu angespannten Muskeln führen. [10]

Und da Blutgefäße fast immer von Muskeln umgeben sind, werden diese bei Stress zunehmend verengt. Typische weitere Symptome sind hier:

  • Angespannte Körperhaltung
  • Kalte Pfoten und Ohren
  • Vermeidung von Augenkontakt
  • Eingezogene Rute
  • Plötzliches Zittern
  • Nach hinten gelegte Ohren
  • Ständiges Fiepen
  • Häufiges Gähnen [11]
Hundepfote

Die häufigsten Ursachen dafür sind Gewalt in der Erziehung, eine mangelnde Sozialisierung und Lärm. Aber auch Einsamkeit und Unwetter können bei sensiblen Hunden Angst triggern.

Hier gilt es im ersten Schritt den möglichen Auslöser zu identifizieren. Anschließend kannst du diesen entweder eliminieren oder deinen Hund Schritt-für-Schritt daran gewöhnen.

Wenn Hunde mit starker Angst oder Stress zu kämpfen haben, dann zeigt sich das meist in einer eingezogenen Rute, einem leichten Zittern und an kalten Ohren. Unter anderem nehmen Hunde auch meist eine gebeugte Körperhaltung an und gähnen viel. 

#6 Nach Operation

Bei größeren Operationen wie beispielsweise einer Kastration werden Hunde meist betäubt. Während dieser Zeit verlieren Hunde auch die Kontrolle über die Wärmeregulierung.

Der gesamte Organismus wird dadurch langsamer und der Hund produziert ganz automatisch weniger Hitze. Vor allem die Extremitäten werden hier spürbar kälter. [12]

Selbst Stunden nach einer Operation kann der Stoffwechsel des Hundes noch relativ langsam sein. In dieser Phase sind kalte Pfoten normal und kein Grund zur Sorge.

Hier hilft meist etwas Futter und normales Laufen, um den Stoffwechsel anzuregen. Auch ein Kauknochen ist hier ideal, da es die Muskulatur rund um das Gebiss stärkt.

Sollte der Hund allerdings 24 Stunden nach der Operation immer noch kalte Pfoten haben, dann rate ich vorsichtshalber den Tierarzt zu kontaktieren.

Unter Umständen können dafür auch die empfohlenen Medikamente verantwortlich sein. Denn viele davon haben als Nebeneffekt, dass sie die Durchblutung beeinflussen können.

Vor einer Operation werden Hunde meist betäubt, wodurch auch die Wärmeregulierung eingeschränkt ist. In der Praxis führt das dazu, dass Hunde bis zu 24 Stunden nach einer Operation kalte Pfoten und eine allgemein tiefere Körpertemperatur haben.

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#7 Blutarmut

Im Blut selbst befinden sich sowohl rote als auch weiße Blutkörperchen. Die roten Teilchen sind primär dafür verantwortlich, den Sauerstoff zu den Organen zu transportieren.

Befinden sich jedoch zu wenige rote Blutkörperchen im Blut, dann kann es zu einer Unterversorgung der Organe kommen. Mediziner sprechen hier von einer “Blutarmut”.

Am ehesten ist es daran zu erkennen, dass Hunde sehr schnell und tief einatmen. Das ist nur der Versuch, die Sauerstoffversorgung aufrechtzuerhalten. Weitere Symptome sind:

  • Starke Müdigkeit
  • Dunkelfarbiger Stuhl
  • Hund macht depressiven Eindruck
  • Krusten auf der Haut
  • Kalte Pfoten und Ohren
  • Weißliches Zahnfleisch
  • Hund erschöpft schnell
  • Appetitlosigkeit [13]
Hundepfote

In vielen Fällen ist eine Blutarmut genetisch bedingt. Unter Umständen können aber auch interne Blutungen, Vergiftungen oder gar blutsaugende Parasiten dahinter stecken.

Zudem können auch Medikamente, Viren und das Cushing Syndrom dafür verantwortlich sein. Zur Diagnose und Behandlung solltest du hier in jedem Fall den Arzt aufsuchen. [14]

Hunde mit einer Blutarmut können ihre Organe und Muskeln nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen. Das hat wiederum zur Folge, dass das Herz nicht genügend Blut zu den Pfoten transportieren kann und die Pfoten dadurch spürbar kälter werden.

#8 Frostbeulen

Wenn die Pfoten zu lange oder zu starker Kälte ausgesetzt werden, dann kann der Hund Frostbeulen entwickeln. Es handelt sich dabei um eine Erfrierung.

Erkennen kannst du sie daran, dass die betroffene Stelle an den Pfoten ungewöhnlich bleich, kalt oder gar bläulich ist. Weitere typische Anzeichen sind hier:

  • Berührungsempfindlichkeit
  • Blasenbildung
  • Dunkle und tote Haut
  • Schwellungen
  • Starke Schmerzen [15]

Grundsätzlich können Frostbeulen überall auftreten. Die Pfoten sind davon jedoch am häufigsten betroffen, da sie am weitesten vom Herz entfernt sind.

Hier sollte der Hund umgehend zum Tierarzt gebracht werden. Um Entzündungen vorzubeugen, werden hier häufig Medikamente verschrieben.

Gleichzeitig gilt es den Hund inklusive seiner Pfoten aufzuwärmen. Hier ist allerdings wichtig, dass die Frostbeule nicht in Kontakt mit etwas Heißem kommt. [16]

Wenn es an den Pfoten zu einer Frostbeule kommt, dann ist auch in aller Regel die gesamte Pfote relativ kalt. Zu erkennen ist eine solche Erfrierungen meist an einer bläulichen Farbe und der Blasenbildung. Hier gilt es zur Behandlung den Hund konstant warmzuhalten.

#9 Blutgerinnsel

Blutgerinnsel sind grundsätzlich nicht per se schlecht. Denn sie können die Wundheilung beschleunigen und gleichzeitig auch bei inneren Verletzungen helfen.

An der falschen Stelle kann es jedoch schwere Konsequenzen haben. Blockiert beispielsweise ein Blutgerinnsel die Blutzufuhr im Gehirn, dann kann es zu einem Schlaganfall kommen.

Kalte Pfoten heißen in diesem Fall, dass die Durchblutung im Bein blockiert oder stark vermindert ist. Meist ist hier nur eine und nicht alle Pfoten kalt. Weitere Symptome sind:

  • Atemprobleme
  • Blasses Zahnfleisch
  • Blut im Stuhl oder Urin
  • Koordinationsprobleme
  • Schwächegefühl [17]
Hundepfote

Die Beschwerden davon können in Abhängigkeit der Lage sehr breit gefächert sein. Bei Verdacht rate ich umgehend den Tierarzt aufzusuchen.

Denn häufig sind Blutgerinnsel auch nur ein Symptom einer anderen zugrundeliegenden Erkrankung. Angefangen bei Parasiten bis hin zu Krebs kommt hier alles infrage.

Wenn ein Blutgerinnsel die Durchblutung zur Pfote blockiert, dann kann sich das in einer kalten Pfote bemerkbar machen. Die Symptome variieren hier jedoch stark. Denn je nachdem wo sich das Blutgerinnsel befindet, kann es größere oder kleinere Auswirkungen haben.

Seltene Ursachen
  • Hypoglykämie: Sollte dem Körper nicht genügend Zucker zur Verfügung stehen, dann verlangsamt das sowohl den Stoffwechsel als auch die Durchblutung.
  • Verletzungen: Sollte der Hund viel Blut verloren haben, dann sinkt auch die allgemeine Körpertemperatur. Kalte Pfoten sind hier aber ein Spätsymptom. [18]
  • Herzprobleme: Wenn die Pumpe im Körper des Hundes nicht mehr einwandfrei funktioniert, dann leidet auch maßgeblich die Zirkulation des Blutes darunter.
  • Blutvergiftung: Hier kühlen nicht nur die Pfoten, sondern der gesamte Körper herunter. Auch ein plötzliches Zittern und eine schnelle Herzfrequenz sind üblich.
  • Probleme des Lymphsystems: Dieses System reguliert das Immunsystem und die Flüssigkeitsregulierung. Es kann aber auch die Durchblutung beeinflussen.
  • Innere Blutungen: Dadurch wird die verfügbare Blutmenge und der Blutdruck verringert, wodurch auch weniger warmes Blut in den Pfoten ankommt. [19]

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Kevin

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.