Blutzuckerwerte beim Hund | Tabelle & Bedeutung [2021]


Die Blutzuckerwerte von Hunden sollten normalerweise zwischen 60-111 mg/dL und 3,3-6,2 nmol/L schwanken. Sind die Werte dagegen chronische erhöht, dann ist von einer Überzuckerung die Rede. Zu niedrige Werte können auf eine Unterzuckerung hinweisen.

Mediziner sprechen bei erhöhten oder zu niedrigen Blutzuckerwerten auch von einer “Hyperglykämie” und “Hypoglykämie”. Hier die Referenzwerte in Tabellenform:

BlutzuckerwerteReferenzbereichEinheit
Normal60 – 111mg/dL
Unterzuckerung< 60mg/dL
Überzuckerung> 111mg/dL
[1]

Nicht wundern: In der Literatur findest du teilweise zu den Referenzwerten unterschiedliche Angaben. Das liegt an den unterschiedlichen Bedingungen im Labor. Mehr dazu gleich.

In den meisten Fällen werden die Blutzuckerwerte in mg/dL gemessen. Solltest du dagegen Ergebnisse in nmol/L haben, dann kann dir die folgende Tabelle weiterhelfen:

BlutzuckerwerteReferenzbereichEinheit
Normal3,3 – 6,2nmol/L
Unterzuckerung< 3,3nmol/L
Überzuckerung> 6.2nmol/L
[2]

Messen kannst du den Blutzuckerspiegel im Übrigen auch zu Hause mithilfe eines Blutzuckermessgeräts. Ärzte sprechen hier auch von einem “Glukometer”.

Das funktioniert allerdings nur mit Geräten, die speziell für Hunde kalibriert wurden. Dafür wird meist mithilfe einer Stechhilfe ein Tropfen Blut vom Ohr des Vierbeiners entnommen.

Die Blutzucker-Normwerte von Hunden liegen zwischen 60-111 mg/dL. Bei chronisch oder erhöhten zu niedrigen Werten ist von einer Über- und Unterzuckerung die Rede. Gemessen wird der Blutzuckerspiegel meist mithilfe eines Glukometers.

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Einflussfaktoren

Die folgenden 4 Faktoren können den Blutzuckerspiegel von Hunden maßgeblich beeinflussen:

  • Ernährung

Der Körper des Hundes nimmt sämtliche Kohlenhydrate und wandelt sie bei der Verdauung in einzelne Zuckermoleküle um. Diese dienen als Energielieferanten.

Damit die Muskeln und Organe ausreichend versorgt werden, wird der Zucker über das Blut verteilt. Deshalb ist auch vom Blutzuckerspiegel die Rede.

Ein Hundefutter mit sehr vielen oder sehr wenigen Kohlenhydraten kann daher dazu führen, dass die Blutzuckerwerte vom Referenzbereich der Tabelle abweichen.

  • Rasse

Aus bislang ungeklärten Gründen sollen Zwergpudel, Samojeden, Zwergschnauzer und der Mops besonders häufig mit Diabetes zu kämpfen haben.

Ein besonders geringes Risiko haben dagegen Golden Retriever, Deutsche Schäferhunde und American Pit Bull Terrier. Zudem sind Hündinnen häufiger betroffen als Rüden. [3]

Hund
  • Insulinspiegel

Die primäre Aufgabe von Insulin ist es, den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen. Denn erst dadurch wird es zur Energiegewinnung nutzbar.

Zum Problem kann es dann werden, wenn der Hund entweder zu wenig Insulin produziert (Typ 1), oder der Körper nicht mehr ausreichend auf Insulin reagiert (Typ 2).

Neben einer Diabetes-Erkrankung können dafür aber auch andere gesundheitliche Probleme dahinterstecken. Tiefere Informationen dazu findest du im kommenden Abschnitt [4]

  • Tageszeit

Da die Insulinproduktion nicht den ganzen Tag über konstant ist, kommt es auch während dem Tag zu ständigen Änderungen des Blutzuckerspiegels – vor allem nach Mahlzeiten.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Messung der Blutzuckerwerte zur gleichen Zeit und auf einen nüchternen Magen geschieht. Nur dann sind die Ergebnisse vergleichbar.

Der Blutzuckerspiegel von Hunden wird primär durch die Ernährung, den Insulinspiegel, die Rasse sowie die Tageszeit beeinflusst. Einzelne Tests sind daher wenig aussagekräftig. Das gilt auch dann, wenn die Ergebnisse über oder unter den Normwerten der Tabelle liegen.

Bedeutung erhöhter Werte

Erhöhte Blutzuckerwerte können, aber müssen nicht zwingend auf eine ernsthafte Krankheit hinweisen. Die Werte allein sagen also zunächst einmal nicht viel aus.

Erhöhte Blutzuckerwerte bei Hunden sind deshalb gefährlich, da sie die Gefäßwände schädigen können. Im schlimmsten Fall kann es gar im Koma enden. Ursachen davon sind:

  • Hormonstörungen
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Chronischer oder starker Stress
  • Kohlenhydratreiches Futter
  • Erhöhte Progesteronwerte
  • Infektionen bestimmter Organe
  • Zuckerkrankheit [5]

Zu den ersten Symptomen von Diabetes gehören ein starker Durst, ein ständiger Harndrang und ein Gewichtsverlust trotz einer erhöhten Fressmenge. Weitere Symptome sind:

  • Hyperaktives Verhalten
  • Ständige Harnwegsinfektionen
  • Nicht heilende Wunden
  • Vergrößerte Leber
  • Depressives Verhalten
  • Blutunterlaufene Augen [6]

Grundsätzlich richtet sich die Behandlung hier immer nach der zugrundeliegenden Ursache. Sollte dein Hund tatsächlich an Diabetes leiden, dann wird meist die Ernährung umgestellt.

Neben einer kohlenhydratarmen Ernährung können auch Medikamente zur Vermeidung von Blutzuckerspitzen notwendig sein. Hier solltest du dich an den Tierarzt wenden.

Wenn die Blutzuckerwerte des Hundes konstant über den Referenzwerten der Tabelle liegen, dann kann das auf verschiedene Erkrankungen hinweisen. Zu erkennen ist das meist daran, dass betroffene Vierbeiner einen starken Durst sowie einen großen Hunger bekommen.

Bedeutung zu geringer Werte

Neben einem chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel können Hunde auch mit einer Unterzuckerung zu kämpfen haben. Ärzte sprechen hier von einer “Hypoglykämie”.

In den meisten Fällen wird es dadurch ausgelöst, dass diabetische Hunde zu starke Medikamente verabreicht werden. Weitere mögliche Ursachen sind:

  • Schwere Lebererkrankung
  • Xylitol-Vergiftung
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Mangelernährung
  • Schwere Lebererkrankungen
  • Tumor in der Bauchspeicheldrüse
  • Exzessives Training
  • Addison-Krankheit [7]
Hund

Im Gegensatz zu erhöhten Blutzuckerwerten werden hier keine Gefäßwände geschädigt. Dafür werden die Organe mit Energie unterversorgt. Typische Symptome davon sind:

  • Hund erschöpft schnell
  • Antriebsloses Verhalten
  • Plötzliche Krampfanfälle
  • Koordinationsprobleme
  • Hund zittert im Ruhezustand
  • Starkes Durstgefühl
  • Hund kollabiert plötzlich
  • Muskelzuckungen
  • Verschwommene Sicht [8]

Um den Blutzuckerspiegel kurzfristig und schnell zu erhöhen, bekommen Hunde meist etwas Einfachzucker, der relativ schnell verdaut werden kann.

Langfristig gilt es allerdings die zugrundeliegende Ursache herauszufinden und das Problem an der Wurzel zu bekämpfen. Der Tierarzt kann dir hier weiterhelfen.

Sollte der Blutzuckerspiegel des Hundes ständig unter den Normwerten der Tabelle liegen, dann handelt es sich um eine Unterzuckerung. Auffällig ist hier, dass betroffene Vierbeiner kaum Energie haben, zu zittern beginnen oder gar plötzlich Krämpfe bekommen.

Blutzuckerwerte als Grafik
Blutzuckerwerte von Hunden in Tabelle

Kevin

Hey, ich bin Kevin. Von Geburt an war ich mit einem schwarzen Labrador Retriever umgeben. Und mein liebster Schlafplatz als Kleinkind war das vorgewärmte Körbchen meines Hundes. Auf dieser Webseite teile ich meine jahrzehntelange Erfahrung und Leidenschaft für Hunde.

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